Gesundes und ungesundes Atmen.
Was soll überhaupt diese ganze Idee des „bewussten Atmens“? Ist der Atem nicht etwas, das sich, wie auch unser Herzschlag, unsere Verdauung, die Körpertemperatur, die Arbeit der Hormone und viele andere Prozesse in unserem Körper, eigentlich ganz von selbst – oder autonom – vollzieht? Wir kamen ja auch nicht mit einer Anleitung zum richtigen Atmen auf die Welt, sondern wussten als Säugling vom ersten Atemzug an, wie richtiges, natürliches oder, technisch ausgedrückt, funktionales Atmen geht.
Ja, es ist richtig, der Atem wird in erheblichem Maße autonom gesteuert. Alles andere wäre auch ein Problem: Man stelle sich vor, wir müssten rund um die Uhr bewusst daran denken, zu atmen! Doch die Tatsache der autonomen Steuerung des Atems bedeutet nicht, dass dies schon die Voraussetzung für einen jederzeit gesunden Atemprozess wäre. Auch andere autonome Prozesse, wie z.B. unser Appetit, die Verdauung, Schlaf, natürliche Bewegung und anderes funktionieren nicht immer schon deshalb perfekt, weil sie sich auch ohne unser bewusstes Zutun vollziehen. Ganz im Gegenteil: Es sind gerade diese natürlichsten Prozesse – Schlaf, Ernährung, Bewegung und eben der Atem –, die in unserer modernen Welt immer mehr zum Problem werden. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig. Nur zwei von zehn Berufstätigen sagen von sich, i