Lasst uns mal hinter das Maskentheater schauen, in die Gebärmutter des aktuellen Zeitgeschehens hinein, und erspüren, was daraus geboren werden möchte. Die Geburt von etwas Neuem ist immer der Tod von etwas Altem. Darum ist das Gebären voller Wehen und Schmerzen. Der Geburtskanal ist eng, und durch diese Enge muss der neue Schöpfungstraum hindurch. Es ist gut, wenn uns dabei eine weise Hebamme zur Seite steht. Eine ängstliche Hebamme ist nicht zu gebrauchen und sollte ihre Berufung überdenken. Wenn wir schließlich das Neugeborene herzend in den Armen halten, fühlen wir uns sogleich erlöst und befreit, und dürfen uns erleichtert an den Freudentränen der plötzlichen Weite erquicken.
Erinnern wir uns daran, wie schön doch Weite ist! Die Weite des Himmels, des Meeres, die Weite eines breiten, gemächlich dahinfließenden Flusses in der glitzernden Maisonne. Verengt sich der Fluss, nimmt er an Strömung zu. Verengt er sich weiter, wird er reißend, und es bilden sich Wirbel, Strudel und gefährliche Strömungen. Verengt er sich bis zur Undurchlässigkeit, beginnt er sich aufzustauen. Ebenbürtig verhält es sich mit unseren Gedanken. Lassen wir den gemächlichen Strom der Weite in unserem Denken zu, erleben wir Freiheit, Toleranz, Weisheit, Vertrauen und Liebe. Wir entwickeln ein Gespür für den Raum zwischen d