Von der Erkundung und Weitung der Atemräume zur gezielten Atempraxis.
Nachdem wir uns im ersten Beitrag dieser Serie auf den natürlichen Atem und die Atembeobachtung konzentriert haben, um uns im zweiten Teil der Erkundung verschiedener Atemräume zuzuwenden, möchte ich nun, darauf aufbauend, drei Atempraktiken vorstellen, die im Liegen oder Sitzen praktiziert werden können: Samavrtti-, Viloma- und Dirgha-Pranayama.
Dies vorweg: Wir nennen diese Übungen hier zwar Pranayamas, genau genommen sind sie das aber nicht, jedenfalls nicht in einem klassischen Sinne. Diese Atempraktiken werden in den traditionellen Texten des Yoga nicht thematisiert, sondern es sind moderne Formen des Atmens. Ihren Wert sehe ich darin, dass sie uns mit dem Atemprozess vertrauter machen und relativ leicht zu üben sind. So sind sie also eine Brücke hin zum eigentlichen Pranayama. Ihnen fehlt zudem in technischer Hinsicht, was einen Pranayama erst zum Pranayama macht, nämlich Kumbhaka, der Atemanhalt, zu dem die Anwendung der Bandhas gehört, jener inneren Aktionen, die den subtilen Fluss von Prana während der Atempause beeinflussen und schließlich zur Ruhe bringen wollen. (Wir werden uns diesem zentralen Thema der Pranayama-Idee im nächsten Teil dieser Serie zuwenden.)
Samavrtti Pranayama
„Samavrtti“ heißt „gleichbleibende Aktivität“ oder „gleichmäßige Handlung“. Es ist eine Übung, die einfach durchzuführen ist und Anfängern wie Fortgeschrittenen gleichermaßen Freude macht – sehr gut a