Smoothies sind lecker, gesund und bei fast allen beliebt. Wer Abwechslung in seinen Mixer und noch mehr Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe in seine Smoothie-Kreationen bringen möchte, kombiniert Obst und/oder Gemüse mit heimischen Wildpflanzen wie Brennesseln, Giersch Wiesen-Salbei oder Lindenblüten. Weil man aber nicht alles essen sollte, was man bei einem Spaziergang durch den nächsten Wald so findet, und viele von uns keine Vorstellung davon haben, wozu Gundermann, Kamille oder Labkraut passen könnten, hat die Ernährungs- und Wildpflanzen-Expertin Dr. Christine Volm nun ein Rezeptbuch namens „wild & roh“ geschrieben. Es ist prall gefüllt mit kreativen, köstlichen und vielseitigen Smoothies in verschiedensten Farben, Geschmäckern und Konsistenzen. Wir dürfen euch zwei Rezepte zum Ausprobieren verraten und haben die Autorin zu einem kurzen Interview gebeten.

Interview mit der Autorin

YOGA AKTUELL: Dr. Volm, warum ist es so gesund, Wildpflanzen für Smoothies zu verwenden? Welche Vorteile haben sie?
Dr. Christine Volm: Das Stichwort hier heißt eindeutig: Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Kulturpflanzen enthalten Wildpflanzen nicht nur mehr Mineralstoffe und Vitamine, sondern auch viel mehr und vor allem spezifische sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, aus den Gruppen der Bitterstoffe und Gerbstoffe etwa, oder Farbstoffe wie z.B. Anthocyane, die – in der richtigen Menge genossen – unsere Gesundheit fördern und zwar mehr als es isolierte Wirkstoffe tun könnten.

Was sollte man beim Sammeln und Verarbeiten unbedingt beachten?
Sammle nur diejenigen Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst und solche, die sicher essbar sind. Sammle nur an vertrauenswürdigen Plätzen, weit genug entfernt von Autoabgasen oder davor geschützt, mit wenig Hundeverkehr und ohne Beweidung oder Düngung.
Nicht sammeln solltest du dort, wo Pestizide angewendet werden oder auf Privatflächen, ohne Einwilligung des Eigentümers. Findest du von einer Art nur wenige Pflanzen, lass sie lieber stehen und pflück niemals alle Pflanzen, die an einem Standort vorkommen, damit die Art an dieser Stelle erhalten bleibt. Sammle nur so viel, wie du aktuell verwenden kannst.
Verarbeite deine Wildpflanzen-Schätze so frisch und schonend wie möglich, so bleiben die meisten Inhaltsstoffe erhalten.

Welche Pflanzen kann man jetzt gerade besonders gut sammeln?
Im August wird es langsam wieder kühler und die Kräuter treiben wieder jung aus, der erste frische Löwenzahn ist schon wieder da, daneben haben jetzt viele Sommerkräuter, wie zum Beispiel der Wiesen-Salbei, Hochsaison und manche Blüten, beispielsweise die Malvenblüten, ebenso. Neben frischen Kräutern gibt es jetzt jede Menge Samen zu sammeln, vom Breit-Wegerich oder von der Brennnessel etwa. Und natürlich beginnt jetzt die Saison der Herbstfrüchte: Bucheckern, Haselnüsse, Kornelkirschen und wildwachsende Goji-Beeren sind jetzt zu finden.

Vielen Dank für das Interview!

 

Rezept: Brombeere – Apfel – Wiesen-Salbei

fruchtig wiesengleich

cv_yoga-akt_2496Die Blätter des Wiesen-Salbeis geben diesem Smoothie nicht nur ein herrliches Aroma, sie pflegen auch das Zahnfleisch und kräftigen es dank enthaltener Gerbstoffe. Die Brombeerfrüchte sorgen für viel Vitamin C und jede Menge Farbe durch enthaltene Anthocyane, welche vorzeitiger Zellalterung vorbeugen. Und der Apfel pro Tag darf natürlich auch nicht fehlen.

  • 2 Äpfel, süß und etwas mürbe
  • 2 Handvoll Blätter vom Wiesen-Salbei
  • 2 Handvoll Brombeeren
  • Wasser nach Bedarf

 

Die Äpfel von Stiel und Kernhaus befreien und zusammen mit den Blättern und den Beeren im Mixer pürieren, dabei so viel Wasser zugeben, dass eine homogene, nicht zu flüssige Konsistenz erreicht wird. Wie viel Wasser zugegeben werden muss, hängt entscheidend von der verwendeten Apfelsorte ab. Schön ist es, wenn der Smoothie gut zu trinken, aber nicht zu wässrig ist. Du kannst die Zutaten auch in einem Slow-Juicer zusammen entsaften, wenn du den Smoothie noch „saftiger“ magst.

Auch lecker: Verzichte auf Wasser und nimm zwei Äpfel mehr, eine Prise Zimt und einen Spritzer Zitronensaft und mach daraus ein zart-schaumig leichtes Apfelmus mit würziger Note.

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