In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Ayurvedische Empfehlungen für eine ganz besondere Zeit: So unterstützen Sie den Organismus vorbereitend vor der Empfängnis und in den neuen Monaten bis zur Geburt

 

Viele Frauen machen sich im Rahmen einer geplanten Schwangerschaft Gedanken über die besten Möglichkeiten, ihren Körper auf die bevorstehenden neun Monate gut und schonend vorzubereiten. Besonders interessant ist für sie hierbei auch, wie die Gesundheit während der Schwangerschaft auf natürliche Art und Weise gestärkt werden kann, um unnötigen Belastungsfaktoren, wie beispielsweise durch Medikamenteneinnahmen, präventiv zu begegnen. Die Zeit der Schwangerschaft ist eine ganz besondere und sollte auch dementsprechend vorbereitet beziehungsweise wahrgenommen werden. Hierzu bietet Ayurveda einen möglichen Ansatz.

 

Vor der Empfängnis

Wenn Sie planen, ein Baby zu bekommen, sollten Sie mit den bestmöglichen Voraussetzungen in die Schwangerschaft starten. Entspannung und innere Reinigung stellen dabei zwei zentrale Faktoren dar. Für beide Elternteile wird empfohlen, ihren Körper von sämtlichen Giftstoffen zu befreien. Vorab rät man nach der ayurvedischen Medizin daher eine Reinigungskur (Panchakarma) durchzuführen, die von so genannten Schlacken (im Organismus abgelagerte Säuren und Gifte) befreit. Über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen stehen dabei Massagen und Entspannung auf dem Programm, auch die Ernährung sollte auf besonders leichte Kost umgestellt werden. Bei der Nahrung sollten Sie des Weiteren auch ungeachtet einer Reinigungskur berücksichtigen, dass sehr saure Speisen zu vermeiden sind. Viel Gemüse und stoffwechselanregende Gewürze wie zum Beispiel Rosmarin und Chili sind hingegen sehr zu empfehlen.
Bei einem Kinderwunsch sollte auch besonders auf genügend Entspannung und Bewegung geachtet werden, um dem Körper und dem Ungeborenen die bestmöglichen Voraussetzungen für die bevorstehende Schwangerschaft zu bieten. Eine gute Möglichkeit zur Entspannung sieht die ayurvedische Medizin in der regelmäßigen Meditation. So haben Sie die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen, tiefere Einblicke ins eigene Selbst zu erhalten und wirklich zur Ruhe zu kommen. Meditative Tiefenentspannung sollte regelmäßig, am besten täglich, praktiziert werden. Auch während der Schwangerschaft ist die Meditation eine besonders gute Möglichkeit, zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden, aber auch um eine erste Bindung zu Ihrem ungeborenen Kind aufzubauen.

 

Die Anfangswochen der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft gibt es nach der ayurvedischen Lehre einige Lebensmittel, die besser gemieden werden sollten. Dazu zählen zunächst heiße und sehr saure Lebensmittel. Auch auf Alkohol, Knoblauch und Fleisch – mit Ausnahme von Geflügel – sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Papaya und Ananas haben in der ayurvedischen Medizin den Spitznamen „die Pille danach“ und sollten dementsprechend insbesondere in der Anfangsphase einer Schwangerschaft nicht verzehrt werden.

 

Während der Schwangerschaft

Um dem Körper genügend Zeit zur Regeneration und Entspannung zu geben, sollten Sie während der Schwangerschaft früh aufstehen und auch früh zu Bett gehen. Übermäßiger Tagesschlaf ist hingegen zu vermeiden, da dieser zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Verdauungsproblemen und allgemeiner Abgeschlagenheit führen kann. Ein geregelter Tagesablauf bietet Ihnen und Ihrem Kind die Möglichkeit, Stresssituationen zu entgehen, was für den positiven Verlauf einer Schwangerschaft und auch für den Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung von großer Bedeutung ist.
Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Bewegung während der Schwangerschaft dar. Yoga eignet sich natürlich ganz hervorragend, um sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten und den Kontakt zu sich selbst und dem Ungeborenen zu intensivieren, weil auch wiederkehrende Phasen der Ruhe und die Einbeziehung der Atmung Bestandteil des Ansatzes sind. Sportarten wie Schwimmen oder Walken sind ebenfalls mögliche Bewegungsformen, die während der Schwangerschaft ausgeübt werden können. Um den Körper darüber hinaus zu entspannen, werden regelmäßige Ölmassagen während einer Schwangerschaft empfohlen.
Aufmerksam sollten Sie werden, wenn die vielbeschriebenen Heißhungerattacken auf Süßes auftreten, denn sie können ein Anzeichen für das Vorliegen eines Mineralstoffmangels sein und bedürfen daher Abklärung. Um einem solchen Mangel vorzubeugen, sollten Sie Trockenfrüchte und Nüsse in Ihren täglichen Ernährungsplan integrieren. Hat die Frau Heißhunger auf Saures, kann dies ein Hinweis auf das Gewebewachstum des Babys sein. Hier kann der Genuss von Granatäpfeln Abhilfe schaffen und die Entwicklung zudem günstig beeinflussen, weil diese Frucht sehr viele wichtige Mineralstoffe enthält.

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Der neunte Monat

Besonders in dieser spannenden Zeit wird nach ayurvedischem Verständnis empfohlen, zu meditieren und den Kontakt zum Ungeborenen zu intensivieren. Das Kind ist in der späten Phase der Schwangerschaft besonders empfänglich für die Gefühlslage der Mutter. Schwangere sollten daher sehr darum bemüht sein, in der sensiblen letzten Phase der Schwangerschaft sämtliche Stressfaktoren zu eliminieren und sich möglichst in einen positiven und entspannten Zustand zu versetzen. Was die Ernährung angeht, sollte die werdende Mutter in dieser Phase auf leicht verdauliche Kost setzen. Hier eignen sich beispielsweise leichte Gemüsesuppen am Abend. Im neunten Monat sind nach ayurvedischer Ernährungsempfehlung auch keine stark blähenden oder sehr kalten Nahrungsmittel mehr zu genießen. Um das elastische Gewebe zu unterstützen und auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten, kann das natürliche Nachtkerzenöl eingenommen werden.

 

Der Autor

IMG_0898Nico Andersson hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und arbeitet als Online-Marketing-Manager in der Gesundheitsbranche. Durch sein berufliches Umfeld sowie sein persönliches Interesse an fremden Kulturen ist er bereits des Öfteren mit der fernöstlichen Medizin in Berührung gekommen und entdeckte dabei insbesondere seine Faszination für die indische Medizin.

 

 

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