Warum in einem kleinen Dorf im Norden Indiens Frauen Männer mit Stöcken schlagen, und wie Krishna und eine mordende Dämonin für einen Farbrausch sorgten.
Barsana, Nordindien. Leicht ist er nicht, der Stock. Über einen Meter ist er lang, und er liegt gut in der Hand. Weich schmeichelt die glatte Oberfläche ihren Hand-
innenseiten. Dann lässt sie ihn durch die Luft sausen. Zack. Der Schlag landet auf dem lederbeschlagenen Schild, den ein kniender Mann über seinen Kopf hält. Sie holt erneut aus. Zack, und dann noch mal, zack, noch mal, zack. Anfangs sind die Schläge noch vorsichtig, als wolle sie sichergehen, ihn nicht zu verletzen, den Mann aus dem Nebenort Nandgaon. Doch mit der Zeit gewinnt sie an Sicherheit, schlägt fester zu, legt immer mehr Kraft in ihre Bewegungen. Dann beginnt es auf einmal zu regnen, wie es nur in Indien regnen kann. Wege werden zu Bächen, Kleider kleben an Körpern. Doch der Regen stört sie nicht. Auch nicht das Farbpulver, das von allen Seiten geworfen wird, sich mit dem Regen zu bräunlich-rotem Schlamm vermischt und den gepflasterten Boden bedeckt und glitschig macht.
Andere Frauen tun es ihr gleich. Hunderte von ihnen sind es, die, in ihre schönsten Saris gekleidet, durch den Ort l