Können wir uns nur an Glauben und Hoffnung klammern, wenn es um die Frage nach dem ewigen Leben und nach der unvergänglichen Seele geht? Oder können wir unsere Unsterblichkeit nicht bereits in diesem Leben erfahren, so wie es Patanjalis Aussagen über außerkörperliche Erfahrungen nahelegen?
Unser Leben und unser Sterben sind immer konkret. Wir können darüber nachdenken und philosophieren, doch selbst die wunderbarste, klügste und überzeugendste Philosophie muss letztlich immer ein mentales Konstrukt bleiben: Niemals kann sie unser Leben und Sterben begreifbar machen. Greifbar ist allein das, was wir erfahren: an uns selbst oder in der persönlichen Begegnung mit anderen. Was den letzten Punkt anbelangt, hat mir mein früherer Beruf reichlich Gelegenheit gegeben, hinzuschauen. 25 Jahre lang erlebte ich als Leiter einer Einrichtung für schwerst pflegebedürftige Demenzkranke überaus konkret das Zerfallen des menschlichen Körpers und Geistes, ein Zerfallen, das immer mit einer letzten Ausatmung zu jenem Zustand führt, den wir Tod nennen – ein Zustand, den wir um fast jeden Preis zu vermeiden suchen, weil wir ihn als summum malum deuten, das Schlimmste überhaupt. Ironischerweise können wir ihm nicht entgehen, was immer wir auch tun mögen. So mühen wir uns also, das physische Leben bis an die äußersten Grenzen des Möglichen auszudehnen, und n