Seit einigen Jahren ist man in esoterischen Kreisen dazu übergegangen, die Chakras in den physischen Körper hineinzuinterpretieren. Äußere Methoden wurden entwickelt, um sie scheinbar zu öffnen. Ein solches Verhalten kann jedoch leicht zu einem Mißbrauch der Methoden des Kundalini-Yoga führen.
Die Chakras und die Kundalini sind mittlerweile zu einem beliebten Thema in der New Age Bewegung, der Alternativmedizin und im Yoga avanciert. Jedoch klafft zwischen der heutigen Betrachtungsweise und den Anschauungen der klassischen Yoga Literatur eine große Lücke. Heute benutzt man die Chakras und ihre Wirkung hauptsächlich zur Heilung physischer Krankheiten. Dies unterscheidet sich jedoch vom yogischen Prozess der Selbst-Verwirklichung und hat bestenfalls vorbereitenden Charakter. Der Yogi ist damit beschäftigt, über die Bereiche des Körpers und des Verstandes hinauszugehen. Die Öffnung der Chakras erfordert eine radikale Veränderung im Bewußtsein, was unter Umständen erst nach Jahren der Meditation erreicht werden kann. Es ist also nicht einfach eine Angelegenheit von emotionaler Öffnung und körperlicher Reinigung.
Was im Umgang mit den Chakras geschehen ist, verhält sich analog zu der Entwicklung, die im gesamten Yoga stattgefunden hat. Yoga bedeutet Meditation und wird als “zur Ruhe kommen der seelisch, geistigen Bewegungen” definiert (Yoga Sutras 1,2). Wenn man heutzutage von Yoga spricht, so sind damit in erster Linie d