Nicht selten treten im Sport Augenblicke ein, in denen man eine Verschmelzung mit dem Numinosen erfährt. Solche „Flow“-Erlebnisse sind letztlich nichts anderes als der Zustand, der im Yoga und anderen spirituellen Disziplinen angestrebt wird Claudia war eine Teilnehmerin aus einer Yogalehrerausbildung, in der ich Philosophie unterrichte. Claudia war auf der Suche. Aus diesem Grund hatte sie sich auch für die Yogalehrerausbildung entschieden. Wonach genau sie suchte, konnte sie in der Vorstellungsrunde allerdings nicht näher sagen. Was die Ausbildung betraf, so war sie einfach ihrem Gefühl gefolgt. Claudia war auch Extremsportlerin. Sie joggte. Jeden Tag. Bei jedem Wetter. Kilometerlang. Neben dem körperlichen Aspekt des Auspowerns war es ihr ein inneres Bedürfnis. Warum, konnte sie nicht genau sagen. Als Claudia erzählte, dass sie so viel Sport trieb, wurde ich neugierig, denn häufig machen diese Sportler eine sehr tiefe Erfahrung mit sich selbst, ihrem Körper und ihrem Sein. Dies war auch bei Claudia der Fall. Denn wie sich bei genauerem Nachfragen meinerseits schnell herauskristallisierte, erlebte Claudia beim Joggen das, was als Flow bezeichnet wird. Jene Momente, in denen ES sie atmete. Momente, in denen sie eins wurde mit ihrem Körper, ihrer Seele, ihrem Geist. Eins wurde mit dem Rest der Welt. Als ich …
Der Flow als Erleuchtungserfahrung