Kennen Sie das befreiende Glücksgefühl, nachdem man eine unangenehme Situation durchgestanden hat? Das Ertragen, Durchhalten und Ausdauer Zeigen, vor allem, wenn‘s im Leben mal unangenehm wird, lässt ein subtiles inneres Feuer in uns entstehen - das Feuer des „Tapas“. Wann immer man etwas zum Erfolg führen will, benötigt man diese Energie. Tapas verleiht uns Charakter, Rückgrat und Selbst-Disziplin. Doch aufgepasst: zuviel davon kann uns auch „verbrennen“. Sri Sri Ravi Shankar erklärt anhand Patanjalis Yoga-Sutren, wie es sich genau verhält.
Wenn jemand ängstlich oder nervös ist, dann ist er sich jedes Augenblicks sehr bewusst. Doch die ganze Aufmerksamkeit ist auf das Ereignis gerichtet, anstatt auf die Zeit. Wenn jemand auf einen Zug, einen Bus oder den Arzt wartet, sagt er: “Kommt der Zug?” “Kommt der Arzt?” Die Aufmerksamkeit ist auf das Objekt gerichtet, nicht auf die Zeit. Wenn sich dies nur ein wenig verlagert, und man statt auf den Arzt oder auf den Zug zu warten, damit beginnt, auf den Augenblick zu warten, dann ist dies die Vereinigung mit der Zeit. Das ist Yoga. Der Geist ist in der Gegenwart, wartet auf nichts Bestimmtes – aber er wartet. Das gibt dem Bewusstsein eine andere Qualität. Dieser Aspekt schärft den Verstand und macht das Herz weicher. Das nennt man den Yoga der Handlung. Dies ist das erste Sutra in Patanjalis zweitem Kapitel, welches Sadhana Pada heißt – über die Übungen, die Praktiken, den Pfad.