Die Kraft der Worte – Barbra Noh über Sprache als zentrales Werkzeug im Yogaunterricht, den Mut zur Imperfektion und darüber, warum sie heute in ihrer Muttersprache unterrichtet.
Sprache kann mehr als nur anleiten – sie kann tragen, berühren und Räume öffnen. Für Barbra Noh, als Yogalehrerin und Ausbilderin international gefragt, ist die Stimme das Herzstück des Unterrichts. Die gebürtige Australierin lebte lange Zeit in München, hat ihren Lebensmittelpunkt inzwischen jedoch nach Bali verlagert. Im Gespräch mit YOGA AKTUELL erzählt sie, wie es für sie war, jahrzehntelang auf Deutsch zu unterrichten, obwohl das nicht ihre Muttersprache ist, wie sich Sprache auf die Qualität einer Yogastunde auswirkt – und was es bedeutet, mit Worten wirklich im Dienst der Schülerinnen und Schüler zu stehen.
INTERVIEW
YOGA AKTUELL: Barbra, du findest, dass Sprache das wichtigste Werkzeug im Yogaunterricht ist. Warum ist das so?
Barbra Noh - © Jasmin BreidenbachBarbra Noh: Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, mit Schülerinnen und Schülern zu kommunizieren, um Wissen zu vermitteln. Demonstrationen können hilfreich sein. Auch körperliche Hilfestellungen können das Bewusstsein der Teilnehmenden vertiefen. Aber Sprache ist das primäre Werkzeug.
Wenn ich im Unterricht ein Hands-on-Adjustment gebe, kann ich immer nur eine einzelne Person berühren – mit meinen Worten hingegen erreiche ich alle im Raum. Sprache hat e