Ist das Böse eine Illusion, eine bloße Kapriziosität der Dualität, oder gar eine notwendige Instanz im Universum oder auf unserem Seelenweg? – Warum wir es uns mit diesem schwierigen Thema nicht so einfach machen sollten.
»Hell is empty, / And all the devils are here!«
William Shakespeare, The Tempest
In der spirituellen Szene gilt es teilweise als verpönt, von „gut“ und „böse“ zu sprechen, widerspricht eine solche Einteilung doch nach Ansicht vieler der Prämisse, dass alles aus der einen göttlichen Quelle stammt und somit im Ursprung eins ist. Doch wenn man an all die Gewalt, die Brutalität, die grausame Genugtuung, die manche Menschen aus Folter und Demütigung ziehen, die Kaltherzigkeit, die Verachtung und die Perfidität denkt, die wir überall auf diesem eigentlich so wunderschönen Planeten vorfinden, dann kommt man um eine solche Unterscheidung kaum herum.
Und die Theodizee-Frage, die Generationen von Menschen beschäftigt hat, drängt sich auf – relativ unabhängig davon, ob man an einen allmächtigen Schöpfergott im Sinne des Islam, des Judentums und des Christentums glaubt oder an ein göttliches Urprinzip oder eine kosmische Intelligenz, die das Universum lenkt. Die Antwort, dass alles Leid – auch die oben nur mit unzureichenden Worten benannten Gräuel, bei denen anderen Geschöpfen bewusst schlimmstes Leid zugefügt und die Erde willentlich g