Du möchtest eine neue Sprache lernen? Oder du möchtest die Online-Fortbildung, die du zwar bezahlt hast, aber noch nicht gemacht hast, nach und nach abarbeiten? Du möchtest deine nächste Indienreise planen? Sich vorzustellen, wie man bereits fließend die neue Sprache auf Reisen spricht, fällt den meisten genauso leicht, wie sich vorzustellen, dass Zertifikat der Online-Fortbildung bereits in den Händen zu halten. Viel schwieriger aber ist, endlich mit dem Vorhaben anzufangen – und dranzubleiben. Heute erfährst du, wie es dir gelingen kann.
Planung und Struktur
Eine Idee durchzuziehen, erfordert sehr viel Planung und ebenso viel detaillierte Strukturierung, um anzufangen und dranzubleiben. Vielleicht kennst auch du das Phänomen: Du möchtest deine Steuererklärung machen und in dem Moment, wo du damit anfangen willst, siehst du die dreckigen Fenster in deiner Wohnung. Da du nach dem Fensterputzen aber so müde bist, dass du dich erholen musst, wird die Steuer auf das nächste freie Wochenende verschoben. Denn das Projekt wird sicherlich ein ganzes Wochenende Zeit in Anspruch nehmen.
Der wahre Grund für diese Aufschiebetechnik liegt aber nicht in den dreckigen Fenstern, sondern eher in der Vorstellung, dass die Fertigstellung der Steuer dein ganzes Wochenende fressen wird. Oder die Idee, dass die Online-Fortbildung nur dann zu bewältigen ist, wenn du ausreichend Zeit am Stück hast, lässt dich gar nicht erst anfangen. Schließlich hast du das Gefühl, dass dein Leben gerade sowieso stressig genug ist und der Urlaub viel wichtiger als die Online-Fortbildung ist. Die kann warten. Schließlich ist sie schon bezahlt und du hast ohnehin lebenslangen Zugriff darauf.
Anfangen statt aufschieben
Es muss gar nicht ein so großes Vorhaben wie die Steuer oder eine Fortbildung sein. Möglicherweise möchtest du einfach regelmäßiger meditieren, bist aber nicht in der Lage, 30 Minuten am Stück still zu sitzen. Das ist ein Phänomen, dass ich selbst bei vielen Coaches oder Yogalehrern beobachte. Sie unterrichten zwar andere Menschen, aber sind selbst nicht in der Lage, still zu sein oder still zu sitzen. Wenn solche Menschen zu mir in mein spirituelles Coaching kommen, lade ich sie immer ein, mit der 1-, 5- oder 10-Minuten Praxis zu beginnen.
Ich spreche dann immer davon, die „Wenn ich dann mal Zeit und Ruhe habe…“-Ausrede durch die Zauberformel „Wenn ich nicht jetzt anfange, wann dann?“ zu ersetzen.
Es geht also in erster Linie ums Tun. Ob es sich dabei um eine 1-Minuten-Meditation, eine 5-Minuten-Meditation oder eine 10-Minuten-Meditation handelt, ist egal. Hauptsache du nimmst dir die Zeit und lässt dich darauf ein.
Einmal angefangen, kann sich nach einigen Tagen schon der Wunsch einstellen, länger als nur eine oder fünf Minuten zu praktizieren. Der Anfang ist immer die Hauptsache.
Das gilt auch für die Fertigstellung der Steuer, die Aufarbeitung der gekauften Online-Fortbildung oder die Vorbereitung deiner nächsten Reise. Mach den Satz: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ zu deinem wichtigsten Mantra, wenn es um die Umsetzung deiner Projekte geht!
Zeitfresser vermeiden
Im Jahre 1955 hat der Soziologe Cyril N. Parkinson ein Gesetz verkündet, dass lautet, dass wir genauso lange für die Fertigstellung eines Projektes brauchen, wie wir ihnen Zeit geben. Anders formuliert: Je mehr Zeit wir für die Fertigstellung eines Vorhabens einplanen, desto mehr bläht sich dieses auf. Wenn du also das Gefühl hast, dass du das ganze Wochenende brauchst, um deine Steuererklärung zu machen, wirst du auch genauso lange dafür benötigen. Wenn du aber spät dran bist und du nur noch den Sonntag dafür zur Verfügung hast, wirst du sie auch am Sonntag fertigbekommen.
Wenn du also für eine Tätigkeit, für die du eigentlich nur fünf Stunden benötigst, 25 Stunden zur Verfügung hast, wirst du auch diese 25 Stunden dafür brauchen. Die Zeitverschwendung hängt damit zusammen, dass wir uns nicht darauf konzentrieren, wie viel Zeit wir faktisch dafür benötigen, sondern wie viel Zeit wir zur Verfügung haben. Selbst wenn sich eine Tätigkeit schnell erledigen ließe, so glauben wir, im Falle der Steuererklärung, dass wir das ganze Wochenende dafür brauchen, weil wir die Vorstellung davon haben, dass es so lange braucht. Um effizient mit deiner Zeit umzugehen, beginne entweder mit kleinen Zeiteinheiten wie beim Etablieren einer Meditationspraxis. Oder aber wenn es darum geht, einzelne Projekte zu beginnen und abzuschließen, dann setz dir dafür eine realistische Frist.
Frage dich: Wie viel Zeit brauche ich tatsächlich dafür?
Wenn du noch keinen Erfahrungswert hast, dann überlege dir, wie viel Zeit du deiner Vorstellung nach benötigen wirst. Und dann ziehe ein Drittel oder die Hälfte der anvisierten Zeit dafür ab. Je knapper du planst, desto effizienter wirst du arbeiten und desto schneller wirst du dein Vorhaben beenden.
Überprüfe das Gesetz einmal auf verschiedene Tätigkeiten, die du im Alltag machst. Verkürze einmal deine Zeit um ein Drittel. Damit ist nicht gemeint, dass du deine Vorhaben oberflächlich erledigen sollst. Versuch, alle Ablenkungen auszuschalten (siehe Teil 2 dieser Serie) und konzentrier dich dann mit deiner ganzen Aufmerksamkeit auf dein Projekt. Mach dir bewusst, dass du nur diese Zeit zur Verfügung hast – und schaue, wie sehr dies deine Effizienz ankurbelt.
Experiment: Mantra lernen
Um die Aussage von Parkinson zu überprüfen kannst du einmal folgendes Experiment mit dir selbst oder mit deinen Yogaschülern machen. Nimm dir ein Zeitlimit von 6 Monaten vor, um ein Mantra zu lernen. Und dann versuch, dass gleiche Mantra innerhalb von nur 2 Wochen zu lernen. Es gibt Experimente, die belegen, dass die Menschen, die einen vorgesteckten, kürzeren Zeitrahmen zur Verfügung hatten, besser abschnitten, also solche, die unendlich viel Zeit zur Verfügung hatten.
Planung und Struktur für deine Umsetzung
Du siehst, dass bei der Umsetzung deiner Wünsche Planung und Struktur eine wichtige Rolle spielen. Sei es dir wert, all diese Tipps zu beherzigen, damit deine Träume wahr werden und du nicht nur länger Zaungast deines eigenen Lebens bist, sondern in der Lage bist, dir selbst deine Wünsche zu erfüllen.