Anatomie und Physiologie von Umkehrstellungen.
Fragt man Yogalehrer und -schüler nach den Wirkungen des Kopfstandes und anderer Umkehrstellungen, bekommt man recht einheitlich Folgendes als Antwort: Umkehrhaltungen verbessern die Durchblutung des Gehirns, es fließen mehr Nährstoffe und mehr Sauerstoff zum Gehirn, woraus ein Verjüngungseffekt resultiert. Dafür ist der verstärkte Rückfluss des Blutes aus den Beinen verantwortlich. Die Drüsen, insbesondere die Schilddrüse, werden stimuliert, und ihre Funktion verbessert sich. Und wirklich, wenn man eine Umkehrhaltung praktiziert hat, fühlt man sich hinterher frischer und wacher. Vermutlich deshalb wird selten hinterfragt, was wirklich einer kritischen Betrachtung dessen, was im Körper bei einer Umkehrstellung aus Sicht der Anatomie und Physiologie passiert, standhalten kann. Einige dieser Aspekte möchte ich in diesem Artikel aufgreifen.
180 Grad gedreht – was bedeutet das für unseren Organismus?
Im Kopfstand dreht sich die Umgebung um 180 Grad. Eine Perspektive, die wir im „normalen“ Leben kaum einnehmen. Die Welt verkehrtherum zu betrachten, ist, psychologisch und emotional gesehen, eine sehr interessante Erfahrung. Allein das kann schon beachtliche Veränderungen auslösen. Aber auch der Körper beginnt augenblicklich mit einer Vielzahl von Regulationsmechanismen, um sich dieser neuen Perspektive anzupassen.
Im Stehen pumpt unser Herz das Blut in den Kreislauf, der in den kleinen Lungen- und den großen Körperkreislauf unterteilt wird. D