Eine stabile Körpermitte ist der Schlüssel zu einer kraftvollen Yogapraxis. Schon den alten Yogis war dies bewusst. In traditionellen Yogastilen ist die Rede von Bandhas, moderne Yogalehrer sprechen stattdessen häufig von Core. Liz Huntly und Roland Jensch erklären, warum diese beiden scheinbar unterschiedlichen Herangehensweisen einander gar nicht so fern sind.
Eine starke Körpermitte wird häufig mit einem deutlich definierten Waschbrettbauch assoziiert. Während der nah zur Oberfläche liegende Bauchmuskel zwar ein Element in Sachen Stabilität sein kann, ist dort sicherlich nicht deren Ursprung. Das englische Wort Core bezieht sich eigentlich auf den Mittelpunkt oder auch die Mittellinie in einem dreidimensionalen Objekt – wörtlich übersetzt, auf den Kern. Ziehen wir den durchschnittlichen Körper von Kopf bis Fuß als Beispiel heran, dann liegt dieser Mittelpunkt tief im Becken. Und da wir ja ein dreidimensionales Objekt betrachten, müssen wir unseren Blick auch nach innen richten. Und so finden wir diesen Punkt dann schließlich in der Mitte des Beckenbodens, an dem Punkt, an dem die alten Yogis Mula-Bandha beschrieben haben.
Der Beckenboden schließt im Becken den Bauch- bzw. Beckenraum nach unten ab. Er besteht, grob gesehen, aus drei Schichten. Die beiden äußeren Schichten verlaufen seitlich und integrieren auch die Schließmuskeln von Blase und Darm. Die tiefe Schicht verläuft von v