Die Seuche des 21. Jahrhunderts? Zwei ehrliche Erfahrungsberichte.
In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft, die den persönlichen und wirtschaftlichen Fortschritt so zielstrebig vorantreibt, gibt es schon seit Jahren fast unsichtbare Opfer, die dem materialistischen System mit seinem Motto „schneller, höher, stärker“ nicht mehr gewachsen sind.
Ein Ausgleich für den anstrengenden Berufsalltag ist nicht einmal in der Freizeit erwünscht. Entspannung, Ruhe und „süßes Nichtstun“ sind beinahe verpönt. Sport, Aktivität und ständige Verfügbarkeit auch an Feierabend und Wochenende über Handy und Computer sind längst selbstverständlich. Als Folge eines nicht enden wollenden Erfolgsdrucks und ununterbrochener Zwangskommunikation und -information entsteht das „Burn-out-Syndrom“. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr könnte eine gravierende Veränderung der Lebensweise einsetzen, die in der persönlichen Entwicklung jedes Menschen angelegt ist. Körperliche und geistige „Fitness“ sollten sich langsam in Weisheit, Spiritualität und essenzielle Effektivität verwandeln. Aber die Politik braucht ewig junge, produktive, Geld anhäufende Bürger, um die steigenden Kosten der allgegenwärtigen persönlichen Bereicherung und Misswirtschaft zu finanzieren.
Der Begriff Stress entstand erst nach dem zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit traumatischen Kriegserfahrungen. Wir haben innerhalb von 75 Jahren unseren Leistungspegel so hochgeschraubt, dass in unseren Körpern täglich Gesundheitsgefährdendes geschieht. Biochemisch betrachtet, erleben wir unbemerkt dasselbe wie ein Soldat im zweiten Weltkrieg an der Ostfront im Schützengraben. Das i