Ein drastisch erhöhtes Lebenstempo, ständige Erreichbarkeit und der Druck, stets effizient und up to date zu sein, führen bei immer mehr Menschen zum Kollaps. Ein persönliches Beispiel und wie aus der Krise die Chance für einen Neuanfang hervortrat
Es passierte in einer Nacht im April, in jenen Tagen, als in Fukushima die Atomreaktoren explodiert waren. Ich wachte auf, und alles, was ich sah, war Schnee vor den Augen. Ich hatte keinen Totalkollaps erlebt, sondern so etwas wie einen visuellen Tinnitus. Da das Symptom nicht wegging, waren die folgenden Wochen und Monate geprägt von Ängsten rund um meinen Kopf und meinen Körper. Die Diagnose lautete: Überreizung des Gehirns. Die Folge war eine Angststörung. Von einem Moment auf den anderen änderte sich mein Leben und damit auch meine Einstellung zu mir selbst und der Art und Weise, wie ich die letzten Jahre gelebt hatte. Mir wurde zum ersten Mal so richtig bewusst, wie wertvoll ein gesunder Körper und eine stabile Psyche sind. Und mir wurde auch bewusst, wie unwichtig alles Äußere wird, wenn der eigene Körper eben nicht mehr wie gewohnt verlässlich arbeitet. Was mir aber außerdem noch bewusst wurde, war: wie krank die Zeit ist, in der wir heute leben!
Keine Zeit mehr f