Viele der hier für YOGA AKTUELL übersetzten Verse wurden noch nie zuvor in ihrem psychologisch-spirituellen Sinn ins Deutsche übertragen. Diesmal: die Göttin Dakshina und ihre Verbindung zu den Angirasa-Rshis sowie die Vedische Symbolik der Frau und eines göttlichen Lebens.
In dieser Folge soll die Vedische Göttin Dakshina im Vordergrund stehen. Da wir sie oftmals im Kontext mit den Vedischen Ur-Sehern antreffen, werden wir auch auf jene näher eingehen.
Gleich zu Beginn soll auf die Vieldeutigkeit des Begriffes Dakshina hingewiesen werden. In der indischen Tradition treffen wir ihn in verschiedenen Formen an. Einmal als rechte Seite oder Richtung, was uns zur nächsten Bedeutung, dem Süden, bringt; damit in Verbindung steht der Name Dakshinamurti, sowie der Dakshina-Yana, der „Südliche Weg“, der signifikanterweise mit den „Vätern“ und der Wiederkehr zur Erde zu tun hat. Ansonsten wird mit Dakshina (im Femininum) ein Geschenk an den Guru oder eine Spende an einen Priester bezeichnet. Letztere und ähnliche Bedeutungen wurden von den materiell-ritualistisch ausgerichteten alten Übersetzern auch meist der Vedischen Göttin Dakshina gegeben. Doch „Gabe“ oder „Freigebigkeit“ allein ist nur selten sinnvoll. Es heißt zwar im Volksmund „Wer gibt, dem wird gegeben“, doch ist es unvorstellbar, dass die Seher uns glauben machen wollen, durch das Geben allein würde m