Mit viel Kampfgeist und Sanftmut zugleich unterstützt Uma Dinsmore-Tuli seit vielen Jahren Frauen auf ihrem Weg in die eigene Kraft. Die Yogatherapeutin, Autorin, Yoga-Nidra-Expertin und Öko-Feministin hat sich ein kühnes Ziel gesetzt: Missbrauch in der Yogaszene zu beenden. Müssen wir genauer hinschauen?
Frauenfeindlichkeit und Yoga? Das passt nicht zusammen. Oder? Obwohl die meisten Hatha-Yoga-Praktizierenden heute Frauen sind, blenden trotzdem zahlreiche moderne Praktiken die weibliche Realität komplett aus, so Uma Dinsmore-Tuli. Wir sprachen mit ihr über den Zugang zum inneren Expertinnenwissen, die Kraft des Kreises und der Schwesternschaft und über die Notwendigkeit einer Yogapraxis, die Selbstverantwortung statt Abhängigkeit fördert.
Interview
YOGA AKTUELL: Wann hast du angefangen, dich mit Frauen im Yoga zu befassen, und warum?
Uma Dinsmore-Tuli: Ich praktizierte eine ganze Zeit lang „herkömmlichen“ Yoga und begann damit schon im Alter von vier Jahren. Aber erst als ich mit meinem ältesten Sohn schwanger war, der 1998 geboren wurde, begann ich mir Fragen über Yoga und Frauen zu stellen. Ich besuchte die verschiedensten Schwangerschaftsyoga-Kurse. Auf eine Art waren sie toll, aber es war nicht wirklich die Art von Yoga, die ich mochte. Und ich sah es kritisch, dass ich mich im orthodoxen Yoga als schwangere Frau irgendwie nicht behaglich fühlte. Auf der anderen Seite war i