Den Blick vom Haben aufs Sein richten. YOGA AKTUELL sprach mit dem Kirchenkritiker Eugen Drewermann über die schizophrene Logik des in der Finanzkrise propagierten Kaufrausches, die grundlegenden Unterschiede zwischen Religion und Politik und einen humanen Einsatz der Errungenschaften unserer Zivilisation
Gerade zu Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise sind wir heute besonders aufgefordert, alles was wir tun und denken, zu hinterfragen und in die richtige Richtung zu lenken. Denn nur so können wir einen sinnvollen Beitrag dazu leisten, dass sich die Orientierung einer materialistisch ausgeprägten Gesellschaft vom Haben zum Sein verändert. Und nur so können wir noch ein paar Jahre hier auf diesem Planeten leben. Wenn wir bewusst, umsichtig und mitfühlend leben, können wir darauf hoffen, dass es, in welcher Form auch immer, gut mit uns weitergeht – und auch für die kommenden Generationen.
INTERVIEW
YOGA AKTUELL: Was kann der einzelne Bürger tun, um an einer Änderung der derzeitigen Situation mitzuwirken?Eugen Drewermann: Dass sich etwas ändert, ist aus der Sicht eines Einzelnen schwer zu erreichen. Aber natürlich können wir darüber nachdenken, wie unser Wirtschaftssystem sich ändern müsste, wie unsere Lebensweise sich ändern würde. Da sind lauter widersprüchliche Anweisungen, die uns von den Politikern gegeben werden und wo wir eigentlich nur eine Ordnung in der p