Die Birke – Segen für den Neubeginn.
Eines Dichters Traumgerank Mag sich feiner nicht verzweigen, Leichter nicht dem Winde neigen, Edler nicht ins Blaue steigen. Hermann Hesse
Noch sind die Tage kurz. Die Bäume stehen kahl. Doch es liegt etwas in der Luft; da ist dieser Ruf: Kommt er von draußen oder tief aus der eigenen Seele? Begegnet er mir im Gesang der Gefiederten, der in den letzten Tagen irgendwie anders klingt? Oder ist es das Licht, das sich verändert hat? Ist es die weiße Göttin selbst, die mich hinausruft? Aus der Dunkelheit der erstarrten, kalten Erde sahen unsere Ahnen sie hervortreten: Erneuert, licht und rein. Leichtfüßig sahen sie sie über das Land gehen, und dort, wo ihre Füße die Erde berühren, sprießen ihre Blumen, vor allem die Schneeglöckchen. Sanft rüttelt sie an den Bäumen, so dass die Säfte wieder zu fließen beginnen. Ihre goldenen Pfeile treffen als wärmende Strahlen die Erde und küssen sie wach. Und manchmal treffen sie auch unsere Herzen.
Einer ihrer vielen Namen ist Brigid. Und kein anderer Baum verkörpert ihr lichtes Wesen mehr als die Birke. Beider Namen gehen vermutlich zurück auf das indogermanische Wort bherag, welches „glänzen" bedeutet. Die strahlend weiße Göttin kündet von der Wiederkehr des Lebens u