Als ich nachts nicht mehr durchschlafen konnte, dachte ich erst, es läge an meinem stressigen Job. Ich war Ende vierzig, hatte vom jahrelangen Filmeschneiden ein dickes Überbein am Handgelenk, hatte Abgabetermine im Nacken und fühlte mich schrecklich.
Auf die Idee, dass ich in der Perimenopause sein könnte, bin ich gar nicht gekommen – zumal ich dachte, dass die Wechseljahre mit dem Ausbleiben der Periode beginnen. Das Gegenteil ist der Fall! Wenn die Periode aufhört, ist das die Konsequenz der Hormonumstellung, und alles, was davor passiert, gehört zu den Wechseljahren dazu.
Anzuerkennen, dass auch ich jetzt in die Wechseljahre komme, war ein interessanter Prozess, weil ich mich selbst bisher nicht als ältere oder sogar reife Frau definiert hatte, und ich musste mich – wie Millionen andere Frauen – auf den Weg machen, mich selbst neu zu entdecken und diese Zeit des Übergangs zu gestalten.
Denn die Wechseljahre bedeuten zwar einerseits das Ende der fruchtbaren Jahre, andererseits sind sie auch der Anfang einer Lebensphase, in der Frauen eine ganz neue Identität entwickeln und zu neuen Ufern aufbrechen.
Das Thema ist deswegen komplex, weil wir in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft leben, in der der Wert von Frauen auf ihre Fruchtbarkeit, und damit auf ihre Jugend, reduziert wird. U