Diese Übungspraxis mit vielen Rückbeugen hilft dir, dich vertrauensvoll in den gegenwärtigen Moment fallen zu lassen und dich jenseits aller gesellschaftlichen Rollen und allen Erwartungsdrucks ganz und gar so anzunehmen, wie du bist.
"Yin Yoga ist eine Praxis von Freiheit“ – diesen Satz hörte ich vor Jahren in einer Yin-Yoga-Stunde, und oft habe ich darüber nachgedacht: „Wovon erreichen wir Freiheit?“ Eine der Antworten gibt uns die Lehre der Veden, die Mutterphilosophie des Yoga. Wenn wir uns darüber bewusst werden, wie sehr wir uns mit manchen Dingen und Rollen in unserem Leben identifizieren, können wir diesen Griff lockern, lehrt uns der Vedanta. Rollen oder Aufgaben, mit denen wir uns selbst regelrecht gleichsetzen, können wie ein kleines tägliches Gefängnis, ein zu enges Korsett für uns werden.
Jeden Tag erfüllen wir in unserem Alltag Dutzende dieser Rollen. Wir wachen als liebevolle Partner auf, gehen als disziplinierte Yogis auf unsere Matte, werden beim Frühstückzubereiten zu fürsorglichen Müttern und Vätern. Auf dem Weg zur Arbeit sind wir tröstende Ratgeber für Freunde, danach ein pflichtbewusster Arbeitnehmer, kollegialer Mitarbeiter oder gerechter Chef. In der Mittagspause sind wir ein hilfsbereiter Mitbürger der Gesellschaft, der Türen aufhält und Unbekannte anlächelt, abends kümmern wir uns um Familienmitglieder oder kranke Nachbarn oder sind v