Nicht umsonst trägt Kakao den Namen „Speise der Götter“. Roh genossen, versorgt das Superfood den Körper mit zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen. Clean-Eating-Expertin und Bloggerin Hannah Frey hat uns ihre Lieblingsrezepte mit Rohkakao verraten

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Bei „Kakao“ denken die meisten Menschen an das bekannte süße Getränk mit Milch und Zucker. In seiner Urform war es jedoch bitter-scharf und wurde von den Azteken „xocólatl“ genannt („xococ“: bitter, „atl“: Wasser). Xocólatl wurde aus zerstoßenen Kakaobohnen, Wasser, Chili und Vanille hergestellt.

Die Vorfahren der Azteken und die Maya bauten den Kakaobaum bereits um 400 n. Chr. in Mittelamerika, im heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras, an. Nach Europa gelangten die ersten Kakaobohnen jedoch erst viel später: Christoph Kolumbus hatte im Jahr 1504 auf seiner letzten Reise von Mittelamerika nach Spanien Kakaobohnen im Gepäck. Er konnte zu dieser Zeit aber noch nichts damit anfangen und trank laut Überlieferungen auch nie das aztekische „xocólatl“. Erst vierzig Jahre später brachte dann der spanische Eroberer Hernán Cortés die Kakaobohne samt „xocólatl“-Rezept der Azteken dem zukünftigen König von Spanien. Doch der rohe, bittere Kakao fand wenig Zuspruch am Königshaus. Erst als man ihn im 17. Jahrhundert mit Milch und Zucker mischte, wurde er zu einem beliebten Getränk – das aber bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Luxusgut blieb, das sich nur wenige Menschen leisten konnten. Im 18. Jahrhundert verlieh der Botaniker Carl von Linné dem Kakaobaum den botanischen Namen „Theobroma cacao“, was so viel wie „Speise der Götter“ bedeutet. Denn nach der Überlieferung der Maya war der Kakaobaum eine „Göttergabe“, die bei den Azteken sogar als Zahlungsmittel zum Einsatz kam.

Reich an wertvollen Inhaltsstoffen

Während die zuckrige Schokolade oft mit Übergewicht in Verbindung gebracht wird, sind roher Kakao und rohe Schokolade echte Superfoods! Mit diesem in den USA geprägten Begriff werden Lebensmittel bezeichnet, die aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte als besonders gesund gelten.

Zahlreiche Studien konnten die gesundheitsfördernde Wirkung von rohem Kakao belegen. Die positiven Effekte sind insbesondere auf die antioxidativen Eigenschaften des Kakaos zurückzuführen, denn roher Kakao enthält neben Magnesium, Calcium und Ballaststoffen besonders wertvolle Antioxidanzien wie Polyphenole bzw. Flavonoide. Sie halten Herz und Kreislauf gesund und können Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Sie machen die Blutgefäße elastischer, wirken leicht blutdrucksenkend und entzündungshemmend. Auch positive Wirkungen auf unser Gehirn und die Reaktionsschnelligkeit konnten gezeigt werden.

Aber die wertvollen Flavonoide des Kakaos werden zerstört, sobald er zu stark erhitzt wird oder Kuhmilch hinzugefügt wird. Herkömmliches Kakaogetränkepulver und Milchschokolade werden in der Regel über 130 °C erhitzt und enthalten meist mehr Zucker als Kakao, hinzu kommen Milchpulver und Aromastoffe. Gesund sind – im Gegensatz zur herkömmlichen Trink- und Vollmilchschokolade – Rohkakao-Pulver, dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil in Rohkost-Qualität und Kakao-Nibs, die nicht über 42 °C erhitzt wurden und somit ihre gesundheitliche Wirkung behalten.

Des Weiteren enthält roher Kakao die „Glückshormone“ Dopamin und Serotonin: Das sorgt für Entspannung, reduziert Stress und steigert das Wohlbefinden.

Richtig verwenden

Roher Kakao wird als ganze Bohne, als Kakaopulver und als Kakao-Nibs angeboten. Kakao-Nibs, die 2 bis 3 mm großen, geschälten und gebrochenen Kakaobohnen, eignen sich wunderbar als Topping für Frühstücksgerichte (z.B. Overnight Oats Schoko-Himbeere) oder Desserts (z.B. Ananas-Carpaccio mit Minzsoße und Kakao-Nibs). Roh­k­a­kao-Pulver kann zum Beispiel in Smoothies (z.B. Erdbeer-Schoko-Smoothie mit Maca) gegeben oder in Kombination mit Haselnuss- oder Mandelmilch zu einer gesunden und leckeren Trinkschokolade verarbeitet werden. Dabei sollte die Nussmilch jedoch nur leicht erhitzt werden. Außerdem kann roher Kakao für Smoothies, Joghurt, Mousse au Chocolat oder für Gebäck verwendet werden. An den vergleichsweise herben Geschmack von rohem Kakao kann man sich recht schnell gewöhnen.

Beim Einkauf ist es wichtig, darauf zu achten, rohe bzw. rohköstliche Schokolade zu kaufen. Diese findet man vor allem in Bio-Supermärkten. Einige Hersteller verkaufen auch schon rohe Schokoriegel oder Tafeln, die keinen Haushaltszucker enthalten, sondern beispielsweise mit Kokosblütensirup gesüßt werden. Kakao ist also ein sehr gesundes Lebensmittel – wenn man unverarbeitete Produkte auswählt und das leckere, aber auch fettreiche Glück in Maßen genießt.

REZEPTE

Overnight Oats Schoko-Himbeere

Für 2 Portionen:
240 ml ungesüßte Hafermilch
2 TL Rohkakao-Pulver
80 g Vollkorn-Haferflocken
125 g Himbeeren
175 g griechischer Joghurt oder Sojajoghurt
2 EL Kakao-Nibs

Am Vorabend Hafermilch, Kakaopulver und Haferflocken in einer Schüssel verrühren. Himbeeren verlesen, bei Bedarf kurz abbrausen und abtropfen lassen. In einer zweiten Schüssel die Himbeeren und den Joghurt mit einer Gabel vermengen.
Zuerst die Haferflocken-Kakao-Mischung auf zwei Gläser oder Schüsseln verteilen, dann den Himbeerjoghurt darüber geben.
Die Overnight Oats abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Vor dem Verzehr mit Kakao-Nibs garnieren.

TIPP
Außerhalb der Himbeersaison tiefgekühlte Himbeeren verwenden, die über Nacht in den Overnight Oats aufgetaut werden.

Erdbeer-Schoko-Smoothie mit Maca

Erdbeer-Schoko-Smoothie-mit-Maca-1Für 2 Portionen (ca. 500 ml):
150 g Erdbeeren
1 Banane
1 Msp. gemahlenes Vanillepulver oder -mark
1 TL Maca-Pulver
200 ml ungesüßte Mandelmilch
1 EL Kakao-Nibs

Die Erdbeeren unter fließendem Wasser waschen und abtropfen lassen. Die Stielansätze entfernen und die Erdbeeren halbieren.
Die Banane schälen und in Stücke schneiden. Zusammen mit den Erdbeeren, der Vanille, Maca und Mandelmilch in den Mixer geben und pürieren.
Den Smoothie in zwei großen Gläsern anrichten und mit den Kakao-Nibs garnieren.

Info
Maca stammt aus den peruanischen Anden: Die Wurzeln der Maca-Pflanze werden dort seit über 2000 Jahren als Grundnahrungsmittel angebaut und gelten als Heilpflanze. Besonders die indigenen Völker schätzen Maca aufgrund ihres außergewöhnlichen Nährwertes und ihrer stark vitalisierenden Wirkung.

Ananas-Carpaccio mit Minzsauce und Kakao-Nibs

Ananas-Carpaccio-mit-Minzsauce-und-Kakao-Nibs-1Für 2 Portionen:
1/2 Ananas
2 Stängel Minze
1 Limette
2 EL Kakao-Nibs

Von der Ananas den Schopf mit den Blättern und das untere Ende abschneiden. Die Ananas aufrechtstellen und die Schale sowie die braunen Stellen („Augen“) großzügig abschneiden.
Hauchdünne Scheiben von der Ananas abschneiden. Den Strunk in der Mitte jeweils ausschneiden oder ausstechen. Die Ananasscheiben auf zwei Tellern anrichten.
Die Minze waschen, trocken tupfen und in dünne Streifen schneiden. Die Limette auspressen und den Saft mit der Minze vermengen. Die Minzsoße über den Ananasscheiben verteilen und mit den Kakao-Nibs garnieren.

Autorin

8DD8C95600151EE6ACB3684DE4815176Roher Kakao landet mehrmals pro Woche auf dem Teller der Gesundheitswissenschaftlerin und Yogalehrerin Hannah Frey – meist im Frühstück oder im Smoothie. Und weil sie nicht gerne alleine isst, teilt sie all ihr Wissen rund um Superfoods, leckere Rezepte und Yoga auf ihrem Blog unter www.projekt-gesund-leben.de.

Noch mehr Rezepte:
Hannah Frey: Clean Eating – Kochen mit Superfoods, Dort-Hagenhausen Verlag 2015Anzeige

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