Aktivieren Sie Ihre Geschmacksnerven: mit Schmackes und Geschmack gegen die Winterschlacken „anschlemmen“!

In der Frühlingszeit haben Menschen seit jeher den Drang, ihr Leben neu zu beginnen und sich von Altem zu trennen. Im Frühjahr haben wir auch die Kraft und den Enthusiasmus, dies zu tun. Wir leben hier in unseren Breitengraden in einer Natur, die über die kalte Jahreszeit nahezu im Stillstand verweilt. Atmung und Stofftransport in den Pflanzen kommen in den Wintermonaten  praktisch zum Erliegen; manche Pflanzen überdauern den Frost in Form von Samen oder als Wurzeln, die erst im Frühjahr wieder austreiben. Viele Tiere begeben sich in den Winterschlaf. Für die meisten Menschen bedeutet der Winter einen Rückzug in ihre modernen „Höhlen“ und in die virtuelle Welt von Computer und TV – jedenfalls hauptsächlich ein Leben in geschlossenen Räumen.  Mehr als man denkt, ist man jedoch von seinem Instinkt gesteuert. Die Menschen sind (trotz Heizung) ein Teil der Natur und leben in ihrem Rhythmus. So ist die Frühlingszeit auch für sie ein Neubeginn. Auch der Mensch erlebt den Umschwung, der mit der Helligkeit und Wärme des Sonnenlichts einhergeht, und kann diese wunderbare Frühlingskraft, die Freude und die Begeisterung der wiedererwachenden Natur für seine yogische Praxis nutzen!

Während der Kälte des Winters ist der Körper eher bestrebt, Substanz zu erhalten und sparsam mit der Körperenergie umzugehen. Er neigt in der kalten Zeit leider auch dazu, unliebsame Substanzen anzusammeln. Insbesondere wenn das Verdauungsfeuer (im Ayurveda „Agni“) zu schwach ist, um die aufgenommene Nahrung vollständig zu verdauen, oder wenn die aufgenommene Nahrung in Form und Menge dem Bedarf des Körpers nicht gerecht wird, sammeln sich im Laufe der Zeit Stoffwechselschlacken an. Diese lagern sich in Form von Säuren im Bindegewebe und in den Gelenken ab. Auch die Verschmutzung unserer Umwelt, mangelnde Bewegung und emotionaler Stress tragen zur Übersäuerung des Körpers bei. Dieser Prozess wird im Ayurveda wie auch in der westlichen Naturheilkunde detailliert beschrieben. Die Übersäuerung des Bindegewebes kann ein Gefühl von Müdigkeit und Schwere bis hin zu Schmerz hervorrufen und langfristig zu Krankheiten führen. Auch die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit und die sie oftmals begleitenden Stimmungsschwankungen sind eine Auswirkung der angesammelten Stoffwechselschlacken. Sie werden buchstäblich sauer, wenn Sie jetzt nichts unternehmen! Hören Sie hingegen auf die Signale, die Ihr Körper Ihnen an dieser Stelle gibt, so können Sie rechtzeitig entgegensteuern, indem Sie Ihren Stoffwechsel ankurbeln und damit auch das emotionale Gleichgewicht wieder herstellen. Sie schwingen dann mit dem Rhythmus der Natur.

Das Frühjahr ist die ideale Reinigungszeit
Das Frühjahr ist die beste Zeit, angesammelte Abfallstoffe loszuwerden und den Körper wieder in Schwung zu bringen. Die Körperwärme braucht nicht mehr in dem Maße gehalten zu werden wie im Winter. Durch die Sonnenwärme wird der Stoffwechsel zu neuem Leben erweckt. Die Körpersäfte kommen ins Fließen. Außerdem wird, von der Natur her betrachtet, das Nahrungsangebot im Frühling wieder größer. Insgesamt ist der Körper nun instinktiv eher geneigt, loszulassen, sich von Überflüssigem zu trennen und die im Winter angesammelten Reserven und Schlacken wieder auszuscheiden. So ist das Frühjahr der ideale Zeitpunkt für eine Grundreinigung, zum Beispiel durch eine Fastenkur oder durch eine Azidosekur, wie sie im Kloster Gerode angeboten wird.

Durch eine tiefe und regelmäßige Yogapraxis werden auf allen Ebenen Reinigungsprozesse in Gang gesetzt. Die auf der körperlichen Ebene dadurch gelösten Substanzen gelangen über die Blutbahn zu unseren Reinigungsorganen Leber und Niere und werden über die Ausscheidungsorgane, über Haut, Lungen, Nieren und Darm ausgeschieden. Dabei kann es durch die Yogapraxis durchaus zu Heilreaktionen kommen, während derer der Körper einer aktiven gesundheitlichen Unterstützung bedarf. Eine Entsäuerungs- oder Fastenkur kann dabei Wunder wirken.

Der basenreiche Speiseplan
In der täglichen Ernährung ist es hilfreich, wenn man sich die Bedeutung von Säuren und Basen in der Ernährung bewusst macht und für eine stoffwechselfreundliche Zusammenstellung der Nahrung sorgt, das heißt, für eine positive Basenbilanz. Viele Nahrungsmittel bilden im Prozess der Verstoffwechselung mehr Säuren als Basen. Die Säuren sind für den Körper problematisch, wenn sie nicht vollständig  ausgeschieden werden können. Der größte Anteil an Säuren wird durch tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte gebildet. Diese sollten daher nur  sparsam genossen werden. Weitere stark säurebildende Lebensmittel sind Süßigkeiten sowie Brot und Mehlspeisen aus Weißmehl (also Weißbrot, Kuchen, Nudeln etc.). Je größer hingegen der Anteil an Gemüse und Kartoffeln in der täglichen Ernährung ist, desto weniger Säuren fallen an und desto mehr Basen erhält der Körper, die er für eine optimale Funktion der Zellen und Organe verwenden kann, ganz im Sinne von Paracelsus, der seinen Zeitgenossen schon um das Jahr 1500 empfahl: „Eure Nahrung soll euer Heilmittel sein!“ Die Stoffwechselreaktion hat übrigens nicht unbedingt mit dem Geschmack des Lebensmittels zu tun: Sie dürfen ruhig weiter die erfrischende Säure der Zitrone oder den Spritzer Essig genießen! Ganz allgemein gilt, dass eine gesunde Ernährung vier mal mehr basenbildende als säurebildende Lebensmittel enthalten sollte. Einige leckere, einfach zuzubereitende Rezeptbeispiele aus der basenreichen Küche finden Sie in unserem praktischen Teil, wie immer auf eine Menge von vier Personen zugeschnitten.

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