Wir alle haben Angst. Und das ist auch gut so. Die natürliche Antwort unseres Körpers auf Gefahrensituationen macht uns überhaupt erst überlebensfähig. Allerdings steht sie den meisten von uns auch mal im Weg, wenn es darum geht, uns weiterzuentwickeln. Eine Beziehung zu verlassen, die uns nicht mehr gut tut – weil wir Angst vor dem Alleinsein haben. Einen Job zu kündigen, der uns keine Freude macht – weil wir Angst haben, dass Arbeit keinen Spaß machen darf. Den Urlaub zu buchen, den wir so dringend brauchen – weil wir befürchten, dass wir ohne das Finanzpolster auf unserem Konto ganz schnell in Schwierigkeiten kommen. Oder uns in der Beziehung zu einem lieben Menschen abzugrenzen – weil wir meinen, dass man sich dann vielleicht von uns abwendet.

Der Weg zur Freiheit geht durch die Angst

Zu viel Angst lähmt und macht sogar krank. Ein gestresstes Nervensystem macht anfällig für Herzerkrankungen, Krebs, chronische und seelische Erkrankungen. Wenn die Angst unüberwindlich ist, kommen wir nie aus unserer Komfortzone und verpassen all die schönen, bereichernden Dinge, Wachstumschancen und Erfahrungen, die uns dort erwarten. Wir sind nie so frei, wie wir sein könnten.

Angesichts all der Verluste, unserer Verletzlichkeit und der Ungewissheit, mit der wir täglich in jedem Moment konfrontiert sind, Angst zu haben, ist verständlich. Aber wir können Helfer in uns aktivieren, die uns ermöglichen, dieser Ungewissheit zu begegnen: Mut, Vertrauen und unsere Intuition. Sie helfen uns, angebrachte von unangebrachten, realistische von erlernten Ängsten zu unterscheiden. Sie erinnern uns daran, dass alles verbunden ist und ein natürliches Gleichgewicht, einen größeren Sinn hat. Sie motivieren uns, Herausforderungen zu begegnen und daran zu wachsen.

Wertvolle Impulse für diesen Weg liefert z.B. das neue Buch von Lissa Rankin, Expertin für Körper-Geist-Medizin und Bestseller-Autorin. Sie hat sich die Frage gestellt, wie wir unseren Ängsten mutig begegnen und sie für unseren Heilungsweg bewusst nutzen können. Sie sagt, dass es aus ihrer Sicht v.a. vier Grundprämissen sind, die viele von uns zu Unrecht für wahr halten, die uns Angst machen:

 

Die vier angstgeprägten Grundprämissen

  • Ungewissheit ist prekär.
  • Ich ertrage es nicht, zu verlieren, was mir kostbar ist.
  • Die Welt ist voller Gefahren.
  • Ich bin ganz allein

 

Diesen falschen Annahmen setzt die Autorin vier Mut kultivierende Wahrheiten entgegen:

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Die vier Mut kultivierenden Wahrheiten

  • Ungewissheit ist das Tor zu neuen Möglichkeiten.
  • Verlust ist etwas Natürliches und kann Wachstum bewirken.
  • Alles im Universum hat seinen Sinn.
  • Wir sind alle eins.

 

In der Folge führt Lissa Rankin in ihrem Buch viele ermutigende Beispiele und Geschichten auf, die zeigen, dass diese vier Wahrheiten keine Hirngespinste sind, sondern sich jeden Tag überall auf der Welt zeigen. Bestimmt kennst auch du viele Beispiele, wo Menschen an Verlusten und Krisen gewachsen sind; wo Herausforderungen zu Chancen geworden sind; wo sich der Sinn einer Entwicklung oder die Bedeutung einer intuitiven Erkenntnis erst im Nachhinein gezeigt hat; wo Menschen zusammen Dinge geschafft haben, die sie zuerst nicht für möglich gehalten haben.

Der wichtigste Kompass für all das ist das, was Lissa Rankin den inneren Leitstern nennt. Wir alle tragen diese innere Weisheit in uns, egal ob wir sie inneres Licht, Leitstern, Gott, Buddha-Natur oder Höhere Macht nennen. Wenn wir ihr gelegentlich Raum geben, z.B. in der Stille, ihr zuhören und den Kontakt zu ihr pflegen, dann leitet sie uns verlässlich auch durch angstvolle Zeiten. Sie weiß, wann es wirklich angebracht ist, vorsichtig zu sein – und wann es möglicherweise unser inneres Kind oder alte Glaubenssätze und Gewohnheiten sind, die uns hemmen.

Mut bedeutet nicht, waghalsig zu sein

Auch wenn wir uns von unsere Angst nicht einschüchtern lassen sollten, so sollten wir sie doch ehren und erkennen, welches Potenzial sie in sich trägt und dass sie uns beschützen will. Sie gibt uns Impulse, um vieles in uns zu heilen. So schreibt auch Lissa Rankin: „Mut hat nichts mit Furchtlosigkeit zu tun. Mut bedeutet. Sich von der Angst verwandeln zu lassen, sodass wir die richtige Beziehung zur Ungewissheit entwickeln, Frieden mit der Unbeständigkeit der Dinge schließen, wach werden dafür, wer wir wirklich sind, und Entscheidungen treffen, die im Einklang mit den Werten unserer Seele stehen.

 

Mut zur Angst von Lissa Rankin

Wertvolle Impulse und die „sechs Schritte zum Mut“ findest du in diesem Buch:
Dr. Lissa Rankin: Mut zur Angst – Wie wir uns durch das, was wir fürchten, heilen können, Kösel Verlag 2016

 

 

 

 

 

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Hurra!!! Wir ziehen um und bekommen endlich mehr Platz! Oder auch: wie wird man mutiger? Ein Selbstversuch | Fuss über Kopf Letzte Kommentartoren
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[…] tragen. Meine Freundin und Kollegin Melanie Müller hat zu diesem Thema den Artikel Mut zur Angst (http://www.yoga-aktuell.de/blog/inspiration/mut-zur-angst/) […]