Den ursprünglichen Zustand des Geistes realisieren: eine Praxis des Tibetischen Buddhismus, deren Essenz das nicht-duale Bewusstsein ist.
Wer schon mal an einem wolkenlosen Herbsttag auf einem Berggipfel stand, kennt das Erlebnis: die Stille, die unermessliche 360-Grad-Sicht und die tiefe Entspannung. Diese Metapher stellt das spirituelle Erwachen dar, das in den meisten Traditionen und Religionen das Ziel – der Gipfel – ist. All diese Wege versprechen am Ende das Erreichen des geistigen Friedens und das Durchbrechen des Kreislaufs der unkontrollierten Wiedergeburten. Die Dauer der Reise bis zu diesem Ziel reicht von unzähligen Zeitaltern und Reinkarnationen bis zu einem einzigen Leben – im Hier und Jetzt. Der Buddhismus, der ursprünglich aus Indien stammt, bietet verschiedene Methoden zur Beherrschung des Geistes. Eine davon ist Mahamudra.
Die buddhistische Tradition kennt eine Vielzahl von Möglichkeiten für spirituelle Entwicklung. Innerhalb des „Großen Weges" (Mahayana) streben die Praktizierenden nach dem Erwachen mit dem Wunsch, ausnahmslos allen fühlenden Wesen auf diese Stufe zu helfen. Im Unterschied dazu ist das eigene Erwachen das Hauptziel auf dem „Weg der Hörer" (Shravakayana). Mahayana wird auch das „Resultat-Fahrzeug" genannt, da dieser Weg auf folgender Aussage des Buddha selbst basiert: „Alle Lebewesen sind bereits erwacht, aber temporär verschleiert." Das Resultat wird also vorausgesetzt, nur die Schleier m