Archetypen, die uns durch das Jahr begleiten.
Neulich saß eine Klientin in meiner Praxis und sagte etwas, das mich nicht mehr losließ: „Ich habe verlernt zu lachen. Nicht laut, nicht öffentlich – ich meine dieses Lachen, das von innen kommt, das einen überrascht." Sie arbeitete in einer Anwaltskanzlei, war erfolgreich, respektiert, erschöpft. Und irgendwo zwischen den Erwartungen und den Pflichten hatte sie den Teil von sich verloren, der noch spielen durfte. Ich dachte an den Narren. Nicht nur an die Tarot-Karte auf meinem Schreibtisch, sondern an das Prinzip selbst. Der Narr taucht auf in Mythen und Märchen, in den Archetypen der Tiefenpsychologie, in der Astrologie als Wassermann-Energie und im Frühlingserwachen, wenn das Leben selbst den Sprung ins Unbekannte wagt. Er ist der Hofnarr, der dem König die Wahrheit sagt, der Yogi, der schmunzelnd durch die Welt wandelt, der innere Impuls, der plötzlich alles infrage stellt – und dann neu macht. In ihm vereint sich ein Paradox: Er wagt alles und muss nichts beweisen.
Die Philosophie des Zwischenraums
In meiner psychotherapeutischen Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die sich in klaren Kategorien verloren haben. Sie sind entweder produktiv oder faul, entweder erfolgreich oder gescheitert, entweder spirituell oder materiell. Der Raum dazwischen, dieser schmale Grat, a