Sind es sakrale Heilmittel oder zerstörerische Drogen? Psychoaktive Rauschmittel zwischen spirituellem Kontext und Verteufelung
Der Wunsch, mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten und mit ihm zu verschmelzen, scheint so alt wie die Menschheit selbst zu sein. Möglichkeiten, diesen Kontakt herzustellen, gibt es zahlreiche: Meditation, Trance, Schlafentzug, Askese sind nur einige wenige. Die Einnahme von psychoaktiven Substanzen ist eine andere Alternative. Auch sie wird bereits seit Jahrtausenden als ein Tor zum Göttlichen betrachtet und seit Jahrtausenden weltweit als solche benutzt. Die rituelle Verwendung von Datura, Hanf, Ayauasca oder Peyote – um nur einige der wichtigsten Halluzinogene zu nennen – kann sehr weit in der Geschichte zurückverfolgt werden. Ja, es gibt sogar mehr als 90 halluzinogen wirkenden Pflanzen, die im Zentrum der ältesten sakralen und medizinischen Rituale standen. Von unterschiedlichsten Völkern in Süd- und Nordamerika aber auch in Afrika und Asien, insbesondere in Indien wurden sie als „Pflanzen der Götter“ bezeichnet und entsprechend verehrt. Egal ob geraucht, geschnupft oder getrunken galten sie als Mittler zwischen Mensch und Kosmos und als Bindeglied zwischen der materiellen und der spirituellen Dimension und öffneten den Sadhus, Schamanen oder Heilern tiefe Einblicke in ein Bewusstseinsfeld, das jenseits unseres Alltagsbewusstseins steht.