„Blüten-Opfergaben“ als spirituelle Praxis - Teil 3: Vergebung und Seelenruhe.
Pushpanjali – die Opfergabe (Anjali) von Blüten (Pushpa) – bezeichnet im übertragenen Sinne auch das Darbringen von „Blumen“ in Form von Sadhana (spirituelle Praxis). Indem wir uns darin üben, unser alltägliches Tun mit Hingabe und aufrichtigem Geist Gott gleichsam als Geschenk bzw. als Opfergabe anzubieten, lösen wir uns mehr und mehr von der Anhaftung an ein bestimmtes erhofftes Ergebnis. Wir erkennen, dass die Früchte unserer Handlungen die Folge der karmischen Naturgesetze sind, und können lernen, sie in Demut und relativer Gelassenheit anzunehmen. Wenn wir der vedischen Sichtweise folgen, können wir niemandem die Schuld für unsere Situation zuschreiben: Wir allein sind die Urheber unseres Schicksals – sei es nun durch Taten in diesem Leben oder in einem früheren. Wir sind keine Opfer, keine „Pechvögel“ – wir selbst haben es in der Hand. Was für eine Freiheit!
Die ersten drei „Blüten“ der acht „Blumengaben“, wie sie in den vedischen Schriften genannt werden, wurden in den beiden vorangegangenen Ausgaben eingehend beschrieben: 1. Ahimsa (Gewaltlosigkeit in Denken, Sprechen und Handeln) als universeller Wert, 2. Indriyanigraha (Meisterung der Sinne, inklusive des Denkens) sowie 3. Daya (Mitgefühl bzw. Barmherzigkeit). Im Folgenden wenden wir uns nun den nächsten beiden „Blütengaben“ zu: Kshama und Shanti.