Über die Frage, wie wir im Unterricht jedem einen sicheren Raum zur Entfaltung gewähren können, und warum wir manchmal auch Grenzen setzen sollten.
Es gibt ihn immer wieder, den Teilnehmer, der den großen Auftritt sucht. Kommt er in den Yogaraum, dann rollt er seine Matte nicht aus – nein, mit einem lauten „Krawumm!“ klatscht er sie auf den Boden. In der Yogastunde zeigt dieser Yogi gerne ein kleines Extra, etwas Besonderes oder Fortgeschritteneres. Wenn die Ansage „Herabschauender Hund“ lautet, so findet man ihn bereits im Down Dog Split. Während der Stunde stellt er häufig Fragen und lässt sich immer wieder bestätigen, dass er alles richtig macht, oder gibt ungefragt Vorschläge zur „Optimierung“.
Als Lehrkraft bin ich in solchen Fällen aufgefordert, damit umzugehen. Wie kann es mir gelingen, einen sicheren und gleichberechtigten Raum für alle zu schaffen und die „Spielregeln“ bestimmt, aber mit wohlwollender Absicht durchzusetzen?
Dazu möchte ich das Thema erst einmal aus einer allgemeinen Perspektive betrachten. Wir alle existieren – und sind dabei einzigartig. Wir alle haben eine spezifische Form, und wir alle haben das Recht auf Entfaltung und Sein. Neben diesem Aspekt teilen wir den zur Verfügung stehenden Raum miteinander, die Ressourcen, die Luft … Alles, was da ist, ist für alle da. A