In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Vornehmlich Zitrusschalen werden kalt gepresst. Beim Schälen einer Orange läuft einem das Öl buchstäblich über die Hand, weshalb dieser Duft auch wesentlich billiger ist als z.B. echte Rosenblütenessenz. Für gutes Rosenöl müssen für 1 Liter Öl ganze 5000 kg handgepflückte (!) Blütenblätter verwendet werden, man stelle sich nur einmal 100 g Rosenblüten vor … Deshalb wird diese Königin der Blüten auch so einfallsreich verfälscht, gerade auch in Indien.

Absolues werden mit Hilfe eines Lösungsmittels (im günstigsten Falle Alkohol, es kann aber auch Hexan etc. sein) hergestellt. 5–30 ppm (parts per million) lassen sich aus der fertigen Essenz nicht mehr entfernen. In der Aromalampe stellt dieser Prozentsatz kein Problem dar, Absolues sind jedoch nicht zur inneren Einnahme geeignet. Die Anbauart ist wichtig, um sichergehen zu können, dass keine Spritzmittel verwendet wurden: Bio oder Wildwuchs sind immer zu bevorzugen. Farbe und Konsistenz sind weitere wichtige Qualitätsmerkmale. So muss gutes Zitronenöl gelb bis gelbgrün sein, Orange ist auch farblich orange, azulenhaltige Schafgarbe und Kamille müssen von blauer Farbe sein. Sandelholz, Vetiver, Patchouli und Guajakholz etc. sind in guter Qualität zähflüssig und kristallisieren mit den Jahren aus. Dann den Tropfeinsatz entfernen und mit einem Zahnstocher entnehmen oder in Weingeist lösen.

Die Haltbarkeit ätherischer Essenzen ist unterschiedlich: Im Durchschnitt sind Kräuter-, Zitrus- und das Wacholderbeeröl ein Jahr in voller Kraft. Zitrusöle oxidieren dann und riechen bitter. Nadelbaumöle sind ca. 3 Jahre haltbar, während andere Düfte reifen wie guter Wein. Dazu gehören Patchouli, Vetiver, Sandelholz, Weihrauch, Guajakholz, Peru- und Tolubalsam, Nagar Motha, Rose und Jasmin. Melaleuca-Arten, wie Teebaum,
Niaouli und Cajeput, werden nach 2–3 Jahren toxisch – daher unbedingt auf frische Qualität achten.

Anwendungsmöglichkeiten ätherischer Öle: Duft im Raum

Je nach Raumgröße und Intensität des ätherischen Öles reichen 2–10 Tropfen Öl in der Duftlampe aus. Zarte Düfte können höher dosiert werden, starke Öle werden sparsam eingesetzt, um nicht aufdringlich zu wirken. Der Abstand zwischen Teelicht und Wasserschale ist wesentlich, um das kostbare Öl nicht zu schnell oder zu heiß zu verbrennen. Die Wasserschale sollte groß genug sein, damit die Lampe nicht „trockenbrennt“. Harzige Ölreste, welche in der Schale giftige Verbrennungsvorgänge auslösen, müssen gründlich gereinigt werden. Sehr teure oder zähfließende Essenzen mit einem Zahnstocher entnehmen und mitsamt dem Holz in die Wasserschale legen.
Der elektrische Aromastream oder Diffuser hat sich vor allem zur Raumluftdesinfektion über Nacht oder auch für Großraumstudios und in Kinderkursen bewährt, da nicht mit offenem Feuer hantiert werden muss. Gerade in der Erkältungszeit bietet das einen hervorragenden Schutz vor Ansteckung, da ätherische Öle generell stark keimtötend und desinfizierend wirken.

Getrocknete Blüten, Blätter und Hölzer, aber auch schöne Steine oder bizarre Wurzelhölzer werden in einer Schale, dem Altar oder einem Jahreszeitentisch liebevoll arrangiert und mit einer passenden Essenz beduftet. Schöne Filzarbeiten oder unglasierte Tonarbeiten bzw. spezielle Duftsteine, aber auch Sandrosen eignen sich hierzu ebenfalls wunderbar.

Anzeige