Hochwertige ätherische Öle, begleitend für deine Yogapraxis: Was du bei der Auswahl der Öle beachten solltest und wie sie dich unterstützen können – mit zahlreichen Beispielen

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Ätherische, also dem Äther entgegenströmende Düfte können im Yoga wunderbar zur Klärung der Atmosphäre eingesetzt werden. Ätherische Öle sind die lebendige und kraftvolle Seele einer Pflanze. Der Duft ist eine Form der Kommunikation, durch welche die Pflanzenwelt in Kontakt mit der Umwelt – auch mit dem Menschen – tritt. Qualitativ reine, gewissenhaft gewonnene und von Meisterhand destillierte Essenzen lassen sich auch an ihrer Duftaura erkennen: Sie strahlen geradezu. Der Duft ist voll und rund, lebendig und facettenreich.

Ätherische Öle sorgsam auswählen: Die Qualität ist wichtig

Es lohnt, „der Nase nach zu gehen“, und mit etwas Übung lassen sich viele reine Essenzen von ihren blassen, aufdringlichen oder langweiligen Nachbarn unterscheiden. Leider wird aber teilweise auch gekonnt rekonstruiert, so dass selbst Kenner manche Essenzen nicht von der synthetischen Variante unterscheiden können. Hochwertige ätherische Öle sind daher auf hundertprozentige Echtheit, Reinheit und Schadstofffreiheit untersucht.
Synthetische Duftöle und minderwertiges Räucherwerk belasten die Atemwege und sind gesundheitsschädlich! Polyzyklische Moschusverbindungen sind nachgewiesenermaßen krebserregend. Das bezieht sich auch auf synthetische Räucherstäbchen (im Test von Ökotest wurde nur eine Sorte Nag Champa als unbedenklich eingestuft). Durch die Aufnahme über die Riechschleimhaut, das Einatmen und durch das Auftragen werden diese Moschusverbindungen in den Organismus aufgenommen und im Fettgewebe eingelagert. Sie können im schlimmsten Falle zu Magen-Darm-, Leber- oder Nierenstörungen, Lungenerkrankungen, Vergiftungserscheinungen oder allergischen Reaktionen führen.

Die botanische Bezeichnung gibt Aufschluss über die Art der verwendeten Pflanze und deren spezifische Eigenschaften. Der wilde Berglavendel etwa wächst in einer Höhe von 800 bis 1500 Metern auf den Berghängen der Provence. Er wird von Hand geerntet und in der Mittagshitze zu Tale getragen, um dort destilliert zu werden. Ursprünglicher Lavendel besitzt entsprechend eine ganz besondere Heilkraft. Als ätherisches Öl trägt er den botanischen Namen Lavandula officinalis bzw. den Produktnamen Lavendel extra. In unterhalb gelegenen, wirtschaftlicheren Regionen wird Lavendel maschinell kultiviert und im konventionellen Anbau mit Spritzmitteln bearbeitet.

Das Herkunftsland erklärt die Qualität, aber auch die Kraft einer Essenz. Lavendel aus Deutschland könnte nicht dieselbe Kraft haben wie derjenige aus dem sonnigen Frankreich – das versteht sich von selbst. Echtes indisches Sandelholz kommt aus einer Region in Ostindien. Kommt der als solcher bezeichnete Sandel aus der Karibik, so handelt es sich um Amyris (Amyris balsamifera / Amyris-Sandel). Im Duft besteht zwar eine gewisse Verwandtschaft, botanisch ist dies aber eine völlig andere Pflanze.
Vertragsanbau mit Billiglohnländern lässt nicht nur die Qualität des Öles leiden, da die Pflanze unter den fremden Wachstumsbedingungen nicht dieselben Wirkstoffe ausbilden kann, sondern steht auch oftmals für schlechte Arbeits- und Anbaubedingungen nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Die ursprüngliche, wild wachsende Variation einer behutsam und respektvoll geernteten Pflanze birgt immer das Optimum an ursprünglicher Kraft. Sicherlich kostet ein Fläschchen dieses mühsam gebündelten Flaschengeistes mehr, aber wir benötigen auch viel weniger, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Auch müssen wir uns bewusst machen, dass die steigende Nachfrage an bestimmten exotischen Pflanzen, aber auch Edelsteinen u.a. zu Raubbau und Kahlschlag verleitet.

Wie werden ätherische Öle gewonnen?

Die gängigste Form der Gewinnung ist die Destillation durch Wasserdampf. Hierbei steigt der Dampf des erhitzten Wassers im Alambic durch die Poren der darin befindlichen Pflanzen auf, sprengt ihre Kapillaren, und die ätherischen Ölanteile der Pflanze gehen ins Wasser über. Öl und Wasser werden dann wieder voneinander getrennt. Übrig bleibt das Hydrolat, welches wertvolle Inhaltsstoffe enthält und in der Naturkosmetik oder Küche verwendet werden kann – bekannt ist das klassische Rosenwasser.

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