Das Erleben des Göttlichen im Hier und Jetzt, mitten im Alltag.
Viele Menschen kennen die Philosophie des Advaita-Vedanta, die besagt, dass alles Brahman ist, transzendentales Sein, alles-durchdringendes Bewusstsein.
Shankara und viele andere bedeutende spirituelle Denker und Heilige haben Bücher darüber geschrieben, die man im Grunde alle folgendermaßen zusammenfassen kann: „Alles ist Brahman. Du bist Brahman. Alles ist dieses unfassbare, ewige, reine und wunderbare Licht des Seins. Erkenne das und beende das Leben des Leidens in der Dualität und der Wahrnehmung der illusorischen Vielfalt. Erkenne die eigene Göttlichkeit jenseits aller Konzepte, Veränderungen und Transformationen. Sei in der Tiefe und Einfachheit des Bewusstseins. Beende die Unwissenheit.“
So weit, so gut. Betrachtet man Advaita-Vedanta jedoch etwas kritischer, dann scheint es da eine gewisse Dualität zu geben. Auf der einen Seite das Brahman, das unveränderliche, unfassbare, ewige Bewusstsein jenseits aller Beschreibungen, und auf der anderen Seite die Maya, die Illusion, welche die Wesen in der Sklaverei der Unwissenheit hält und sie leiden lässt. Das wirkt auf den ersten Blick nicht als ausschließlich Eines.
Kashmirischer Shivaismus
Pratyaksha-Advaita, eine Sichtweise aus dem kashmirischen Shivaismus, geht an dieser Stelle philosophisch und praktisch ins Detail und erklärt das unerklärbare Brahman genauer. Zuerst sollte man anmerken, dass der Shivaismus eine sehr breite Palette an Glaubensrichtungen umfasst. Shiva wird j