Mit Ayurveda ohne Erkältungskrankheiten durch den Winter

Wer die kalten Wintertage ohne Erkältung oder Grippe überstehen will, der muss sich warm einpacken. Denn die trockene Kälte, der raue Wind und die häufig schwere Nahrung des Winters schwächen das Immunsystem und laden alle Erkältungskrankheiten ein. Diese werden im Ayurveda verschiedenen Leitsymptomen zugeordnet, wie z.B. Schnupfen (pratishyaya), Husten (kasa) und Atemnot (shvasa). All diese Beschwerden entstehen durch aggravierte doshas, die sich in den sogenannten ‚Atem (prana = Lebenshauch)- führenden Leitungsbahnen‘ lokalisieren. Hiermit sind alle Transporträume und -funktionen gemeint, die für den Gasaustausch zuständig sind, also Atemwege im weitesten Sinne. Im Verlauf dieser Leitbahnen sind besonders der vata- und der kapha-dosha aktiv, die auch für die meisten Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Sowohl vata als auch kapha haben gemein, dass sie durch Kälte gestört werden und interessanterweise spricht man ja auch im Deutschen von Er-kält-ungskrankheiten.

Möchte man die kalte Winter- und Frühlingszeit ohne Schnupfen, Husten und andere Erkältungskrankheiten überstehen, so spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle. Nicht nur, dass sie uns vorbeugend schützt, sondern sie kann auch wesentlich zur Heilung von akuten Beschwerden beitragen. Zuweilen reichen allein Ernährungsumstellung, Ruhe und genügend Wärme aus, um Erkältungskrankheiten zu heilen. Die Grundsätze bei der Ernährung sind einfach: Nicht kalt, nicht schwer verdaulich, nicht sauer.

Vor allem in den Anfangsstadien, wenn die Krankheit noch nicht voll ausgereift ist (ama), sollte man möglichst wenig und leicht essen. Käse, Butter, Fleisch, Eier, Fisch, Kuchen, sehr fettige oder rohe Nahrungsmittel, sind zu meiden, besonders zur Abendmahlzeit. Sie belasten den gesamten Stoffwechsel, der mit der Bekämpfung der Symptome hinreichend beschäftigt ist, erhöhen den kapha-dosha und behindern die Transportprozesse im Körper, vor allem in den Atemwegen. Am förderlichsten sind ein bis zwei Fastentage mit viel heißem Tee, ggf. mit gewürzten Gemüsesuppen oder anderen leichten Gemüsegerichten (z.B. aus Zucchini, Kürbis, Karotten, Auberginen, Steckrüben, Rote Beete, Zwiebeln, in Maßen auch Kartoffeln und Reis). Dies fördert das innere Feuer (agni), das in den Anfangsstadien von Erkrankungen oft geschwächt ist und so an der Ausprägung der Symptome beteiligt ist.

Alle kalten Nahrungsmittel schwächen den Stoffwechsel und stören vata und kapha. Sowohl kühlschrankkalte Nahrungsmittel und Getränke, als auch Eis, Rohkost und Nahrungsmittel, die von Natur aus kühlend sind (z.B. Bananen, Hafer, Kokos, Gurken, Milch, Butter, klebriger Reis) fallen darunter. Meist sind diese Nahrungsmittel süß im Geschmack. Im Gegensatz dazu sind erhitzende Nahrungsmittel zu empfehlen. Mit säuernden Nahrungsmitteln ist man im Ayurveda bei vielen Erkrankungen vorsichtig. Sie reizen die Schleimhäute, fördern Entzündungsreaktionen, verengen die Leitbahnen und erzeugen im gesamten Körper ein dem Heilungsprozess unzuträgliches Milieu. Somit würde man bei Erkältungskrankheiten im Ayurveda auch nicht die übermäßige Vitamin C-Zufuhr in Form von sauren Obstsorten unterstützen.

Vielmehr würde man im Ayurveda die vermehrte Zufuhr von bitteren Nahrungs- und Heilmitteln befürworten. Der bittere Geschmack erzeugt ein Milieu im Körper, das für verschiedenste Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) schlechte Lebensbedingungen bewirkt. In der deutschen Küche sind Bitterstoffe (außer in bitteren Salaten wir Radicchio und Chicoree, die man übrigens auch sehr schmackhaft warm zubereiten kann) selten. Man greift somit eher zu den Gewürzen und Heilkräutern. Curcuma steht hier vorn an; auch Beifuß kann verwendet werden. Auch der scharfe Geschmack, den wir hauptsächlich durch eine Vielzahl von Gewürzen repräsentiert sehen (wie schwarzer Pfeffer, langer Pfeffer, Ingwer, Gewürznelken, Zimt), ist bei Erkältungskrankheiten zuträglich. Er wärmt, reinigt Leitbahnen und Atemwege, reduziert kapha und fördert agni. Der salzige Geschmack ist in Maßen ebenfalls empfehlenswert, da er schleimlösend und auswurffördernd wirkt. In Indien werden bei tief sitzenden Verschleimungen gern medizinische Salze verabreicht.

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