Burnout-Syndrom und Yoga Nidra
Burnout-Syndrom ist ein Wort, das in den letzten Jahren in aller Munde ist. Burnout ist gekennzeichnet durch einen „Zustand der totalen Erschöpfung“, bei dem sich der Mensch völlig „ausgebrannt“ fühlt. Yoga Nidra ist eine Praxis, die bei diesem „Ausgebranntsein“ erstaunlich hilfreich sein kann. Interessant ist hier, dass das Burnout-Syndrom eng verknüpft ist mit Dopamin- und Serotoninmangel. Beide sind wichtige Neurotransmitter, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergeben. Dopamin und Serotonin gelten im Volksmund als Glückshormone, welche z.B. bei intensiven Flow-Erlebnissen ausgeschüttet werden. Es wurde festgestellt, dass ein erhöhter Anteil an Alphawellen, welche bei einem entspannten Zustand auftreten, mit einer höheren Konzentration dieser so genannten Glückshormone einhergeht. Beim Yoga Nidra Übenden, der sich wie bereits erwähnt primär auf der Alpha-Ebene befindet, entsteht nun eine begünstigte Wechselwirkung zwischen Tiefenentspannung, Alphafrequenz und Hormonausschüttung.

Sankalpa – ein positiver Entschluss
Während der körperlichen Entspannungsphase wird mit einem Sankalpa gearbeitet. Der Sankalpa ist ein Entschluss darüber, was einem im Leben wichtig ist und einer positiven Veränderung bedarf. Der Sankalpa wird als kurze mentale Aussage in das Unterbewusstsein gelegt. Die Formulierung eines Sankalpa kann dem Leben eine positive Richtung geben und die Struktur des Geistes stärken. Gerade in der Alphaphase, in der wir sehr aufnahmebereit sind, kann dieser Vorsatz fruchtbaren Boden finden. Die psychische Stabilität und die Präsenz werden durch solch einen Entschluss bedeutend gefördert. Wesentlich ist, dass der Sankalpa in einen kurzen und positiv formulierten Satz gefasst wird, der gut einprägsam ist. Das Wiederholen von heiligen oder positiven Selbstsuggestionen ist in fast allen spirituellen Disziplinen ein wesentlicher Bestandteil. Man könnte einen Sankalpa als universelles Instrument der Selbstbeeinflussung betrachten. Die positive Aussage und die damit verbundene Kraft dieses Entschlusses sind mit der Bejahung des eigenen Lebens, der Heilung sowie Entwicklung der körperlichen und geistigen Konstitution verbunden.

Verschiedene wissenschaftliche Studien bestätigen, dass eine fest gefasste Intention oder Absicht nach außen strahlt und von anderen Lebewesen empfangen wird. Auf der Basis eines energetischen Weltbildes kann also auch die Umwelt auf die innerlich gefasste Absicht des Sankalpa reagieren und bei der Erfüllung dieses Entschlusses mithelfen.

Mentale Rückstände
Es kann vorkommen, dass unangenehme Empfindungen, merkwürdige Bilder, Symbole oder ungünstige Gedanken bei Yoga Nidra auftauchen. Dies kann daraus resultieren, dass sich verschiedene Spannungen in der Muskulatur oder auf mentaler und emotionaler Ebene lösen wollen. Gerade eine Abfolge von bestimmten Bildern, die wir in Visualisierungsübungen bei Yoga Nidra erfahren (z.B. alte Kirche, moosbedeckter Waldboden, etc.) kann archaische Assoziationen auslösen und damit bestimmte Spannungsfelder auftauchen lassen. Man spricht von mentalen Schlacken, also Rückständen, die nicht ganz aufgelöst wurden und Spannungen im Unterbewusstsein verursachen. Bedeutsam ist hier, sich nicht in das Geschehen, das der Geist kreiert, hineinziehen zu lassen. Wir versuchen das unangenehme Empfinden, das auftaucht, zu registrieren, jedoch ohne Bewertung oder Beurteilung. Der Übende wird zum absichtslosen Beobachter, wie wir es vom Yoga her kennen.

Die Macht des Unterbewusstseins ist groß. „Tatsächlich ist es so, dass wir vorwiegend durch die Muster und Prägungen des Unterbewusstseins gedacht werden. Diese Prägungen sind, was wir in unserem Innersten denken und wie wir reagieren. Es ist die Ebene, die ausmacht, was und wer wir sind, wie unser Leben ist.“ (Die Macht des Unterbewusstseins – Dr. Joseph Murphy.) Yoga Nidra gibt uns die Möglichkeit, „Überreste“ aus dem Unterbewusstsein auftauchen zu lassen und uns von alten Mustern und Anhaftungen zu reinigen. Je mehr sich die Gedanken beruhigen, desto klarer wird der Geist. Die mentale Klarheit und Stille gibt uns Überblick und schafft ein neues, offenes Feld für Kreativität und spirituelle Inspiration.

Anzeige
Anzeige