Er ist Politikwissenschaftler, praktiziert Zen und unterrichtet Yoga in Berlin. In YOGA AKTUELL spricht Prof. Dr. Hans Peter Hempel über Yoga mit Impulsen aus dem Zen, die Dekonstruktion der indischen Mythologien, die Chance, selbstverantwortlich durch  Krisen auf der Yoga-Matte zu gehen und erklärt, warum der Buddha sich garantiert kein Zertifikat bei der Industrie- und Handelskammer geholt hätteYoga Aktuell: Du bist einerseits Dozent für Politikwissenschaft und zudem philosophisch ausgerichtet, aber du bist auch Yogalehrer und praktizierst Zen. Das klingt nach einem Kontrastprogramm. Empfindest du das ebenso? Hans Peter Hempel: Heute nicht mehr. Ich nehme natürlich den Satz des Buddha sehr ernst: „Ich lebe in der Welt, aber nicht von ihr.“ Das ist sehr wichtig. In dem Maße, in dem ich den stillen Beobachter in mir durch alle Krisen hindurch erkannt und entwickelt habe, habe ich einen gänzlich anderen Blickpunkt gewonnen. Dieser Blickpunkt ist in vielerlei Hinsicht ehrlicher und klarer. Ich habe dadurch Klarsicht gewonnen, und ich denke, dass meine politischen Urteile und Analysen gar nicht ohne ihn zu verstehen sind. Es ist die Welt des Gestells, um es mit Heidegger auszudrücken, in dem wir alltäglich leben. Adorno nannte es den Betrieb, Max Weber das kalte Gehäuse und Sartre das berühmte Laufrad, das Räderwerk. Und dieses nehme ich wahr, so, wie es ist. Ich habe beherzigt, was der Buddha gesagt hat: „Wir haben eine große Leidenschaft zur Selbsttäuschung.“ Und diese Leidenschaft ist, glaube ich, bei mir nicht mehr da. YA: Du meinst offenbar jene Art von Selbsttäuschung, die Patanjali im Yogasutra als Avidya bezeichnet: zu glauben, man wüsste gut Bescheid, obwohl es auf falschen Prämissen oder Irrtümern beruht … H.P.H.: Ja. Meine Sätze sind stets Vermutungssätze, aber da, wo ich fest davon überzeugt bin, etwas richtig zu sehen, mache ich Realitas daraus. In diesem Zusammenhang macht man mir häufig den Vorwurf, ich […]

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