In Kalis Stadt: Eindrücke von der zehntägigen Durga-Puja, von den Plätzen, an denen einst Ramakrishna meditierte, und natürlich von den Stätten der „dunklen Göttin“, die hier ganz besonders verehrt wird.
So wie alle Farben in Schwarz verschwinden, so verschwinden auch alle Namen und Formen
in Kali.
Mahanirvana-Tantra
Die ostindische Stadt Kolkata (einst Kalkutta) ist im Westen hauptsächlich für ihre Armut bekannt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Slums, noch immer verhungern Menschen auf der Straße, und es mangelt an Schulen für die unzähligen Straßenkinder. Jedoch ist dies nur ein Blickwinkel auf diese facettenreiche Stadt, die von ihren Einwohnern „Stadt der Freude“ genannt wird. Kolkata ist, wie Indien generell, ein Ort der Gegensätze, an dem bittere Armut und extremer Reichtum, Verfall und Neubau, Tradition und Moderne
nebeneinander existieren.
Kolkata erfreut sich vor allem einer großen kulturellen Vielfalt an Musik, Literatur, Kunst und Schauspiel sowie eines enormen spirituellen Reichtums. So stammen der Yogi Sri Aurobindo, der mystische Poet Rabindranath Tagore und Iskcon-Gründer Swami Prabhupada allesamt aus Kolkata. Auch die heiliggesprochene Mutter Teresa lebte und wirkte hier und wurde besonders für ihre Arbeit mit Leprakranken bekannt.
Für Hindus beherbergt Kolkata jedoch hauptsächlich eine andere Mutter: Kalikata, wie dieser Ort ursprünglich hieß, gehört der Göttin Kali. Die „schwarze“ Kali i