Um zu jenem großen Mystiker zu werden, den heute Suchende in aller Welt lieben, musste Rumi viele Prüfungen durchstehen. Ein Blick in das Leben des Meisters der allumfassenden Liebe, dessen Todestag sich nun zum 750. Mal jährt.
Wer das Mausoleum von Dschalaluddin Rumi in der Türkei besucht, tritt unter einer unscheinbaren Tafel hindurch, die über dem Eingangsportal hängt. In kunstvoll geschwungenen Kalligrafie-Lettern steht dort auf Persisch geschrieben: „Dies ist die Kaaba der Liebenden. Wer als Unvollendeter hierherkommt, verlässt diesen Ort vollendet.“
Ein ganz schönes Versprechen, möchte man denken – zumal sich die Mevlevi-Derwische auf ihrem spirituellen Weg einer langjährigen Schulung zu unterziehen hatten. Wer in den Orden, der auf den Lehren Rumis basiert, aufgenommen werden wollte, musste zunächst 1001 Tage lang in der Küche dienen –
meist mit monotonen Aufgaben wie dem Fegen des Küchenbodens oder Zwiebelschneiden. Erst nach Ablauf der Probezeit entschied der Meister, ob es jemand wirklich ernst meinte mit der Arbeit an sich selbst.
Rumi, der auf Türkisch Mevlana (unser Meister) genannt wird, liebte Metaphern aus der Küche. Einmal beschrieb er sein eigenes Leben so: „Ich war roh, ich kochte und verbrannte.“
An „Kochprüfungen“ mangelte es nicht im Leben von Rumi, dessen Todestag sich im Dezember zum 750. Mal jährt. Schon in s