„Es gibt keinen Yoga, noch gab es je oder wird es je einen geben, vergleichbar der göttlichen Frau.“
Shaktisangama-Tantra, II.52
Der Begriff „Shakti“ taucht in letzter Zeit häufiger im Umfeld der Yogapraxis auf. Das Wort weist auf eine weibliche Kraft hin – verheißungsvoll und schwer greifbar. Was ist mit dieser Shakti-Kraft in den alten indischen Schriften gemeint? Im Kontext des Yoga können wir ihr durch eine einfache Betrachtung auf die Spur kommen. Jeder Yoga ist in seiner tieferen Dimension ein Weg, der uns in Anbindung an die essenzielle Wirklichkeit zur Integration eines höheren Bewusstseins führt. Er beruht auf einem fortschreitenden inneren Wachstum und erfordert ein hohes Maß an konzentrierter Energie. Einige Pfade entfalten den Yoga vorwiegend aus der eigenen Kraft heraus. Andere werden von der Lehre und Präsenz einer spirituellen Persönlichkeit inspiriert oder erfahren die Berührung einer transzendenten Gegenwart. Und manche überlassen sich dem Fluss einer göttlichen Dynamik und lassen sich tragen, von den machtvollen Armen der Shakti, jener bewegten und bewegenden göttlichen Energie, die als gestaltgebender Aspekt der höchsten Wirklichkeit auch die innere Entwicklung begleiten kann.
Shakti ist ein zentrales Sanskrit-Wort der hinduistischen Tradition, das „Macht“ oder „Energie“ bedeutet. Es bezeichnet die große „Sie“ der indischen Spiritualität, jene intensive, urweibliche, archaische, tiefrote K