Über die Atempause: Von Kumbhaka zu Buteyko.
Vor Jahren schrieb ich an einem Buch über Pranayama, die Atempraxis des Yoga. Nicht dass mir die Methoden und Ziele dieser Praxis neu gewesen wären, übte ich damals doch schon lange Zeit. Aber wie es so ist, wenn man zu einem Thema, für das man brennt, recherchiert und schreibt: Die Dinge gewinnen an Klarheit. Klarer als je zuvor wurde ich mir der Bedeutung der Atempausen bewusst. Im Hatha-Yoga nennt man sie Kumbhaka, und in diesem Kontext ist wichtig, dass die einzelnen Atempraktiken, die man in ihrer Gesamtheit mit Pranayama überschreibt, alle „Kumbhakas“ genannt werden: Ob Bhastrika, Bhramari, Surya-Bedhana oder alle anderen klassischen Atemübungen – sie alle sind Kumbhakas, wie man in der Hatha-Yoga-Pradipika nachlesen kann, der einflussreichsten Schrift des Hatha-Yoga. Die Atempause ist das Herzstück des Hatha-Yoga-Pranayama.
Das Ziel, das man hier in immer längeren Atempausen sucht, ist ein zutiefst spirituelles, also nicht „nur“ ein ruhiger Geist, sondern die völlige Stille jeder Lebensregung, das Zum-Erliegen-Kommen des Fließens von Prana oder Lebenskraft, wenn man so will: das Sterben eines kleinen Todes noch vor dem eigentlichen Ablegen unseres körperlichen Gefäßes, um einen „Blick in die Ewigkeit“ zu erhaschen und konkret zu erfahren, dass wir mehr sind als Körper, Gefühle und Gedanken. Was könnte uns auch m