…nur bloß nicht die eigenen! Wenn frau ihren Liebsten mit zum Yoga nimmt, kann man(n) nämlich den weiteren Erfolg der Beziehung nicht garantieren.
Er kam, sah (viel zu viel) und schwitzte: Versuchsobjekt Nummer 1, mein damaliger Lebensgefährte Kai. „Komm doch bitte, bitte mit zum Yoga. Du wirst sehen, es ist anders, als du denkst. Und es machen immer mehr Männer, ganz normale, nicht nur die mit den Wollsocken und langen Bärten”. Drei Monate auf den Liebsten eingeredet, und da wir uns noch in akuter Verliebtheitsphase befanden, tat er es irgendwann. Er kam mit. „Aber nur dir zuliebe. Es ist mir unglaublich peinlich, mich da zum Affen zu machen. Auch vor dir. Hinterher verlierst du noch den Respekt“, sagte Kai. Danke, was für ein Liebesbeweis!
Und ich verlor den Respekt. Danach. Kai hat geguckt während des Unterrichts. Immer nur geguckt. Zuviel geguckt. Auf seinen Bauch, weil er so eitel ist, und auf alles, was jung und schlank war, weil er ein Ästhet, ein Künstler ist. Meint er. Ich merkte: Weil er auf Äußerlichkeiten fixiert ist. Und weil er nicht nur beruflich, sondern auch im Alltag ein Schauspieler ist. Das hätte man mit und durch Yoga vielleicht ändern können. Er wollte aber nicht nach innen schauen, er wollte nach außen gucken. Wo, das war ihm eigentlich egal. Kurze Zeit später war er mein Exfreund.