Nepal bietet viele Möglichkeiten, Yoga zu üben – und vermittelt eine einzigartige Faszination, die ebenso der Naturkulisse des Himalaya wie auch der Kultur des Landes entspringt.
Um halb sechs klingelt die Glocke in meinem Yoga-Retreat in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals am Ufer des malerischen Pewa-Sees. In der Stille des Kerzenscheins lausche ich mit sechs anderen Yogis eine Stunde meinem Atem.
Tiefe Ruhe breitet sich in mir aus, während die Sonne in den aufklarenden Himmel steigt. Im frühen Licht erscheint der Garten wie ein Stückchen aus dem Paradies und ist ein wunderbarer Ort für ein gewohntes Ritual: Wir reinigen uns die Nasen mit lauwarmem Salzwasser. Das sanfte Prickeln und die Atemruhe fühlen sich nun an, als schwebte ich jeden Moment in das ausgebreitete Tal hinein wie ein Kind in ein Bilderbuch.
Doch schon erfullt weicher Teeduft den Garten. Die gerade erst geschnittenen und sogleich überbrühten Kräuter entfalten klar und betörend ihren unerhörten Geschmack. Die anschließenden 90 Minuten Morgenyoga und die Sonnengrüße vergehen im Angesicht
des Machapuchare, des jenseits des wunderschönen Pewa-Sees schimmernden Achttausenders, im Nu. Ist es da ein Zufall oder das genaue Gespür unseres sympathischen und kundigen Lehrers Ganesh, dass wir uns vor dieser erhabenen Kulisse noch in meine Lieblingsposition, den Adler, begeben? N