Grundlagen der yogischen Atemtechniken des Pranayama – wie sie funktionieren und was sie in Körper, Geist und Seele bewirken. Die Lebensenergie Im Yoga wird das Wort prana als „Lebensenergie“ oder „Vitalkraft“ übersetzt und ayama bedeutet „vergrößern“ oder „ausdehnen“. Pranayama meint also die Ausdehnung bzw. Vermehrung der vitalen Energie im Menschen. Prana ist feinstofflich und gleichzeitig von sehr kraftvoller Natur, denn es durchdringt die ganze Schöpfung und gilt gleichsam als „der Stoff“, aus dem die ganze Schöpfung besteht. Der Atem allein ist nicht Prana. Er enthält es zwar, Prana ist jedoch viel subtiler als der Atem. Beim Einatmen nehmen wir Prana auf, doch bedeutet die Beherrschung des Prana etwas anderes als die Beherrschung des Atems. In einem metaphysischen Sinn stellt Prana die Verbindung zwischen Bewusstsein und Materie dar. Im philosophischen Sankya-System entfaltet sich das Universum als nie endender Tanz zwischen Purusha, dem Bewusstseins-Prinzip, und Prakriti, dem Natur/Materie-Prinzip. Prana verbindet also Purusha und Prakriti. Aber was bedeutet das für den Menschen? Auf der individuellen Ebene verbindet Prana unser kleines persönliches „Prakriti-Paket“, also den Körper-Geist-Komplex, mit dem großen, unbegrenzten, alles durchdringenden kosmischen Bewusstsein – mit Purusha. Kommt Prana unter unsere Kontrolle, so wird der Schleier unserer persönlichen Unwissenheit zunehmend durchlässiger und Purusha beginnt heller zu leuchten. Doch erst durch eine erfolgreiche Atembeherrschung lernt man das Prana zu lenken. Deshalb wird Pranayama in seinen ersten Phasen als eine Abfolge von Atemübungen praktiziert. Die Lamaze-Technik für gebärende Mütter, das tief beruhigende Atmen des Topmanagers, der im Verkehrsstau steckt, und das ruhige Ein- und Ausatmen des Sportlers sind allesamt Formen von Pranayama, durch unsere eigene Intuition hinsichtlich der Wirkungen von Prana auf Geist und Körper in unserer westlichen Kultur entwickelt. Ja selbst der Raucher, der zur Beruhigung eine Zigarette raucht, findet nur deshalb etwas Ruhe, da er unbewusst eine Art von Pranayama ausübt. Das langsame Inhalieren […]

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