Kennst du die lästigen Zeitdiebe, die dafür sorgen, dass dein Tag vorbei ist noch bevor du all das erledigt hast, was du dir vorgenommen hattest? Gemeint sind aufwendige Aktivitäten, umständliche Verhaltensweisen und kontraproduktive Geisteshaltungen wie Unentschlossenheit, Perfektionismus oder aber die Tendenz, übertriebene Aufmerksamkeit auf unnötige Details zu richten sowie das Festhalten an alten Gewohnheiten. Zeitdiebe gaukeln dir vor, dass du keine Zeit hast, Yoga zu machen oder zu meditieren, weil noch so viel Arbeit auf dich wartet.

Wenn dir bewusst wird, wer deine persönlichen Zeiträuber sind, kannst du dich von ihnen trennen und die gewonnene Zeit effizient einsetzen für die wirklich schönen Dinge im Leben: Yoga. Liebe. Yoga.

Lass dir deine Zeit nicht stehlen

Der Begriff „Zeitdiebe“ geht übrigens auf den amerikanischen Managementberater R. Alex Mackenzie zurück, der in den 1970er Jahren am „Insitute for Leadership“ in den USA tätig war. Er ließ das Argument der Arbeitsüberlastung nicht gelten, sondern sah darin eine reine Selbstüberhöhung von Managern. Zudem führte er Ineffizienz und Arbeitsüberlastung lediglich auf die Unfähigkeit zurück, sich selbst vor Zeiträubern zu schützen.

Mackenzie stellte eine Liste von über 100(!) Faktoren zusammen, die unsere Zeit stehlen. Hier findest du eine Auswahl:

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  • E-Mails
  • WhatsApp-Nachrichten
  • Telefonate
  • Besprechungen, spontan oder vorgeplant
  • Unangemeldete Besuche
  • Krisensituationen, die im Vorfeld nicht abzusehen sind
  • Staus
  • Soziale Netzwerke im Internet
  • Fehlende Zielsetzungen
  • Helfende persönliche Arbeitsorganisation
  • Detailliebe bei unnötigen Dingen
  • Chaos
  • Überhäufter Schreibtisch
  • Überhöhte Aufmerksamkeit für Routinearbeiten
  • Unentschlossenheit
  • Ungelöste Konflikte
  • Unfähigkeit zu delegieren

Übung: Zeitdiebe identifizieren

Wer sind deine Zeitdiebe? Mache eine Liste deiner Lieblingszeiträuber, wie z.B. digitale Wanderungen durch die sozialen Netzwerke, Zappen im Fernsehen u.a. Hinterfrage heute einmal, wieviel Zeit du täglich ganz selbstverständlich für deinen Internetkonsum oder Fernsehen verwendest.

Vielleicht ist es aber auch eine zu große Liebe zum Detail – da wo sie nicht unbedingt gebraucht würde. Oder umgekehrt so viel Zerstreutheit, dass du mit dem Suchen deines Autoschlüssels mehr Zeit verbringst, als unbedingt nötig.

Zeiträuber Nr. 1……………………………

Zeiträuber Nr. 2…………………………….

Zeiträuber Nr. 3…………………………….

Überleg dir, welche Zeiträuber du reduzieren kannst oder von welchen du dich kurz- oder langfristig sogar ganz verabschieden möchtest.

Von wem lässt du dich (ab)lenken?

Welche Zeiträuber werden dir von außen aufgezwungen? Überflüssige Teambesprechungen, Fahrdienste für die Kinder oder unnötige Plaudereien mit dem Nachbarn? Liste sie ihrer Bedeutung nach auf:

Zeiträuber Nr. 1……………………………

Zeiträuber Nr. 2…………………………….

Zeiträuber Nr. 3…………………………….

Überleg dir, welche Zeiträuber du an das Ende eines Tages stellen oder auf die du ganz bewusst einmal einen ganzen Tag, eine Woche oder sogar einen ganzen Monat verzichten kannst.

Genieße die gewonnene Zeit und nutze sie für deine Yogapraxis oder deine Meditation. Sie wird deinen Geist noch einmal mehr klären und dir deutlich machen, was im Leben wirklich wichtig ist.

Zu welchem Ergebnis bist du gekommen? Steht das Schreiben und Beantworten von E-Mails auf deiner Liste der großen Zeiträuber ganz oben? Dann tappst du wie viele andere Yogis auch gerne in die Email-Falle:

E-Mail-Falle – aufgepasst!

Hat dich die Flut von unerledigten Mails am Morgen oder nach dem Wochenende wieder überrollt? Bist du vor lauter Mails nicht dazu gekommen, deine eigentliche Arbeit zu tun? Tagtäglich stellt die große Zahl an Mails die meisten vor eine große Herausforderung. Lass dich nicht von ihnen beherrschen. Hier ein paar Tipps, wie du dich schützen kannst:

  • Prüfe und bearbeite deinen E-Mail-Eingang zu festgelegten Zeiten, z.B. 2 x täglich (morgens und abends) für 60 Minuten, 3 x täglich für 45 Minuten oder 4 x täglich für 20 Minuten. Alle Mails, die zwischen diesen Zeiten reinkommen, bearbeitest du erst im nächsten vorgesehenen Zeitblock. Diese Vorgehensweise macht es dir möglich, wieder konzentrierter und effektiver zu arbeiten.
  • Unterteile die Mails nach Priorität: Wichtige Mails werden sofort bearbeitet, unwichtige später.
  • Nutze die Zwei-Minuten-Regel für dich: Verwende nicht mehr als zwei Minuten pro Antwort. Nach Möglichkeit fass dich noch kürzer. Kurze Mails werden gründlicher gelesen als lange Nachrichten und führen somit zu weniger Missverständnissen.
  • Formuliere die Antworten eindeutig und klar, knapp und so, dass keine Missverständnisse entstehen.
  • Lege einen Ordner für solche Mails an, die nachbearbeitet werden müssen oder deren Bearbeitung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Mache dir hierfür extra einen Termin, damit genug Zeit zur Verfügung steht.

Studien haben übrigens belegt, dass Arbeitnehmer (und das gilt natürlich auch für Selbständige und Freelancer) alle paar Minuten unterbrochen werden – u.a. durch eintreffende Emails. Und dass sie etwa zwei Minuten benötigen, um wieder in ihre Arbeit hineinzufinden.

 

 

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

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