In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Was ist dem Vata-Typ beim Sex besonders wichtig? Was genießt der Pitta-Typ? Und welche Eigenschaften hat der Kapha-Typ als Liebhaber? Wie die verschiedenen Konstitutionstypen lieben und ihre Sexualität ausleben

 

Was ist guter Sex für die verschiedenen Konstitutionstypen? Wie lieben der Vata-, der Pitta- und der Kapha-Typ? Die ayurvedische Sexualheilkunde „Vajikarana“ lehrt, wie die unterschiedlichen Doshas eine erfüllte Sexualität leben, die Fortpflanzungsorgane stärken und die sexuelle Vitalität steigern können. Je nach Konstitution sind die sexuellen Vorlieben und Wünsche unterschiedlich. In der ayurvedischen Sexualkunde wird empfohlen, die sexuelle Energie in einem gesunden Gleichgewicht möglichst lange aktiv zu halten und sie auch an das Alter, die Jahreszeiten und das Klima anzupassen. Ein exzessives Ausleben der sexuellen Bedürfnisse sowie im anderen Extrem auch die Unterdrückung der sexuellen Bedürfnisse können zu einem Ungleichgewicht der Doshas oder Vitalkräfte führen.

Vata und die Liebe

Der Vata-Typ ist dominiert vom Element Wind, sein Körperbau ist eher schlank und feingliedrig. Er liebt die Bewegung und die Kommunikation, ist interessiert an Philosophie und intellektuellem Austausch in der Liebe. Poesie und geistiger Austausch sind das beste Aphrodisiakum für den Vata-Typ. Ein Mensch mit einer Vata-Persönlichkeit braucht in der Liebe Freiheit, Kreativität und Spontaneität. Weil der Vata-Typ vom Element Luft beherrscht ist, lebt er inmitten sich ständig wandelnder Energien, und seine Stimmungen und sein sexuelles Verlangen sind deswegen schwankend, zu manchen Zeiten sehr stark, zu anderen Zeiten schwach. Sex ist für ihn vor allem ein Ausdruck der Liebe, und er hat ein großes Bedürfnis nach Harmonie. Der Vata-Typ besitzt eine starke Phantasie und kann sich in Tagträumen verlieren. Zu viele Gedanken und innere Ängste können das sexuelle Verlangen stören oder beeinflussen. Deswegen sind Stabilität und Disziplin im täglichen Leben für den Vata-Typ wichtig, und sie können auch seine wechselhafte sexuelle Energie in Balance bringen. Mit einem guten, warmen Essen und anregenden Gesprächen kann man das Herz der Vata-Persönlichkeit erobern.

Pitta und das Spiel mit dem Feuer

Der Pitta-Typ ist dominiert vom Element Feuer. Sein Körperbau ist eher schlank und athletisch, er ist leidenschaftlich, temperamentvoll und feurig. Sein Feuer bringt ihm eine charismatische Ausstrahlung und einen ausgeprägten sexuellen Trieb. Er liebt das Experimentieren und den Ausdruck durch Konkurrenz in der Liebe. Der Pitta-Typ hält sich für einen fantastischen Liebhaber, und er hat tatsächlich viel Energie für die körperliche Liebe, doch oft auch einen Mangel an Beständigkeit und Sensibilität. Beherrscht vom Element Feuer, verfügt er über eine große Anziehungskraft und hat meist ein sehr aktives und erfülltes Sexualleben. Sein Verlagen und seine Ungeduld können jedoch auch dazu führen, dass er von seiner feurigen Leidenschaft getrieben und von Sexualität beherrscht ist. Der Pitta-Typ sollte sein Feuer gut pflegen, damit es ihn nicht verbrennt. Es tut dem Pitta-Typ gut, seine enorme Energie mehr durch das Herz als durch seine Sexualorgane fließen zu lassen, und die spirituelle Dimension in die Sexualität zu integrieren. Mit einer schönen Umgebung, einem ruhigen Gemüt und durch die Achtung ihrer Kraft kann man das Herz der Pitta-Persönlichkeit erobern.  

Kapha und die Sinnlichkeit

Der Kapha-Typ ist dominiert von den Elementen Erde und Wasser, die Kraft, Ausdauer und Robustheit repräsentieren. Sein Körper ist kräftig gebaut, und er tendiert zu Übergewicht. Ein Mensch mit einer Kapha-Persönlichkeit ist ausgeglichen, entschlossen und ein beständiger Ehepartner. Er ist ein ruhiger, zärtlicher und romantischer Liebhaber, der den sinnlichen Genuss liebt. Vertrautheit und Beständigkeit sind für den Kapha-Typ wichtiger als Abenteuer und Abwechslung. Verbunden mit dem Element Erde und dem Element Wasser, empfindet er den Sex sehr stark und sinnlich und hat ein tiefes Einfühlungsvermögen für seinen Partner. Er findet Erfüllung in der zärtlichen Verschmelzung, die auf tiefer Verbundenheit basiert. Der Kapha-Typ besitzt meist bis ins hohe Alter eine große Potenz, und seine Zeugungs- und Empfängnisbereitschaft ist überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Von der körperlichen sexuellen Praxis kann er sehr profitieren, da er dazu neigt, sich eher zu wenig als zu viel zu bewegen. Da er eher phlegmatisch veranlagt ist, mit der Tendenz zu mangelnder Flexibilität und zu Trägheit, kann sexuelle Aktivität den Kapha-Typen wieder in Bewegung bringen. Mit Geduld und mit Sinnlichkeit auf allen Ebenen kann man das Herz der Kapha-Persönlichkeit erobern.

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Julia Johannsen
Julia Johannsen ist Sozialpädagogin, Yogalehrerin und Autorin. Sie unterrichtet Vinyasa Flow Yoga, ist in einer Praxis für systemisch-spirituelles Coaching tätig und schreibt Artikel und Texte rund um die Themen Yoga, Philosophie und Gesundheit für verschiedene Magazine und Verlage. Ihre Yogapraxis und das Schreiben sind inspiriert vom 5Rhythms®-Tanz nach Gabrielle Roth, Musik und englischen Landschaften.