Bald ist es wieder soweit, dann werden sich die bunten Blumen wieder zeigen und uns auf ganz unterschiedlichen Ebenen erfreuen. Heute möchten wir dir gerne die Immortelle vorstellen – eine wilde mediterrane Duft- und Heilpflanze.

Die Immortelle mit ihren vielfältigen Heilwirkungen ist bei uns noch wenig bekannt. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort immortalis ab, was unsterblich bedeutet. Auch andere treffende Namen wurden der Pflanze gegeben: Unsterbelein, Sonnengold, Italienische Strohblume, Currykraut. Ihr wissenschaftlicher Name Helichrysum italicum leitet sich vom Griechischen ab: helios (Sonne) und chrysós (Gold).

Die Immortelle – eine Sonnenpflanze

Ein Sonnengold, eine Sonnenpflanze ist die Immortelle in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel von ihrer Signatur her: Die leuchtend gelben Blütendolden bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten, die wie kleine Sonnen aussehen. Auch nach dem Verblühen und im getrockneten Zustand behalten sie Farbe, Form und sogar ihren würzigen Duft – deshalb das Attribut unsterblich. Der ausdauernde Halbstrauch wird ca. 20 bis 80 cm hoch und hat graue, lanzettähnliche, samtig weiche Blätter.

Auch die Standortbedingungen kennzeichnen die Immortelle als Sonnenpflanze: Sie braucht unbedingt Licht und viel Sonne zum Gedeihen, ansonsten ist sie anspruchslos und wächst sowohl in Sandboden am Meer, auf Geröll, aus Felsspalten heraus und ist auch in Höhen bis 1.800 Meter anzutreffen – Bedingungen, die sie im Mittelmeerraum findet.

Eine Sonnenpflanze ist die Immortelle sogar von ihrem heilenden Potenzial her: Vor allem ihr ätherisches Öl kann helfen, die Stimmung aufzuhellen und Sonne in die Seele zu bringen.

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Der betörende Duft der mediterranen immergrünen Strauchvegetation wird neben Cistrose, Rosmarin, Thymian, Myrthe, Lavendel und anderen Wildpflanzen stark von der Immortelle geprägt, zum Beispiel auf der Insel Korsika. Der Duft der Immortelle ist einzigartig: krautig, erdig, äußerst würzig, holzig, aber auch ein bisschen honigsüß, besonders bei starker Sonneneinstrahlung, wenn sie zur Zeit der Sommersonnenwende in voller Blüte steht.

Ätherisches Immortellenöl und Immortellenwasser

Zu dieser Zeit werden die Blüten geerntet, um ein ganz besonders wertvolles Produkt der Immortelle zu erhalten – ihr ätherisches Öl. Der erfahrene Destillateur Albrecht von Keyserlingk vom Gut Bordeo auf Korsika berichtet, dass bei der Wasserdampfdestillation von einer Tonne Blüten ungefähr 1,8 Kilogramm ätherisches Öl gewonnen werden – ein geringer Ertrag, der den besonderen Wert des Immortellenöls deutlich macht. Neben dem ätherischen Öl entsteht bei der Wasserdampfdestillation das Hydrolat, das Immortellenwasser, das auch wunderbare Eigenschaften hat und gerne als „Sonne zum Aufsprühen“ bezeichnet wird.

Immortelle
Ein Fläschchen ätherisches Helichrysumöl (c) iStock/Madeleine_Steinbach

Das ätherische Immortellenöl besitzt ein vielfältiges heilendes Potenzial. Folgende körperliche Wirkungen werden ihm u. a. zugeschrieben: abschwellend, anregend, antiallergisch, antibakteriell, antiseptisch, antiviral, gegen Blutergüsse, blutgerinnungshemmend, blutreinigend, blutstillend, blutverdünnend, desinfizierend, entstauend, entzündungshemmend, galleanregend, gewebestraffend, harntreibend, hautfreundlich, krampflösend, leberschützend, lymphflussanregend, schleimlösend, schmerzlindernd, sekretfördernd, wundheilend, zellregenerierend.

Es kann somit u. a. hilfreich sein bei Abszessen, Blutergüssen, Ekzemen, Gelenkserkrankungen, Hauterkrankungen, Husten, Insektenstichen, Krampfadern, Lymphstau, Pilzbefall, Prellungen, Schmerzen, Schnupfen, Schwellungen, Venenentzündungen, Verbrennungen, Wunden und Zerrungen.

Die einzigartige schmerzstillende und regenerative Wirkung des Immortellenöls

Die vielfältigen und unkomplizierten Einsatzmöglichkeiten des ätherischen Öls als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verletzungen unterschiedlichster Art machen es auch für Yogapraktizierende interessant. Besonders hilfreich ist es bei der Behandlung von Blutergüssen, hierbei wirkt es noch stärker als Arnika. Wenn bei einer Prellung sofort einige wenige Tropfen Immortellenöl unverdünnt auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden, entstehen weniger blaue Flecken oder sie können sogar ganz verhindert werden. Sind schon blaue Flecken vorhanden, lösen sie sich mit Hilfe von Immortellenöl schneller wieder auf.

Auch auf frische Wunden kann Immortellenöl pur aufgetragen werden. Es stillt die Blutung und den Schmerz, wirkt abschwellend und beugt Entzündungen vor. Anfangs trägt man es pur und häufiger auf, später dann auch verdünnt mit einem Basisöl und in größeren Abständen.

Zusammen mit Cistrosenöl und Lavendelöl zu gleichen Teilen gemischt hat sich Immortellenöl zur Ersten Hilfe besonders bewährt. Hier kannst du zum Beispiel ein BIO- Erste-Hilfe-Spray Immortellenwasser von Primavera als online kaufen.

Immortellenöl eignet sich zudem hervorragend zur Behandlung von Narben. Wenn auf eine frische Wunde von vornherein Immortellenöl aufgetragen wird, kann die Bildung einer wulstigen Narbe verhindert werden, das Gewebe wächst glatter zusammen. Aber auch alte Narben können gut mit Immortellenöl behandelt werden. Ebenso entfaltet die Immortelle bei gesunder Haut ihre außergewöhnliche Kraft – dann wirkt sie vorbeugend, pflegend und erneuernd. Die Immortelle unterstützt die Zellerneuerung und Kollagenbildung und wirkt dem Kollagenabbau und somit der Faltenbildung entgegen.

Der einzigartige Duft des Immortellenöls hat auch eine starke Wirkung auf die Psyche. Er wirkt ausgleichend und entspannend, erdend, wärmend, beruhigend und nervenstärkend und kann sogar bei psychischen Belastungen und seelischen Verletzungen für Linderung sorgen. So wie es auf der körperlichen Ebene blaue Flecken aufzulösen vermag, kann das Immortellenöl helfen, „blaue Flecken“ auf der Seele als Folgen von Traumata und Schock zu mildern und aufzuarbeiten.

Kleiner Tipp: Viele der Wirkungen des Immortellenöls können auch mit dem Immortellenhydrolat oder der Kombination von Immortellenöl und -hydrolat erzielt werden.

Die getrockneten Blüten der Immortelle ergeben einen schmackhaften Tee, der in der Volksheilkunde u. a. zur Linderung von Husten eingesetzt wird. Sie entfalten ihre wohltuende Wirkung im Duftsäckchen oder werden zum rituellen Räuchern verwendet.

Kochen mit der Immortelle

Unter dem Namen Currykraut wird die Immortelle bei uns von Gärtnern als Gewürzpflanze angeboten. Die silbrigen Blätter verströmen einen würzigen Geruch, der sehr an Currypulver erinnert. Das Currykraut kann sparsam und am besten frisch zum Würzen verwendet werden, zum Beispiel für Reis- und Gemüsegerichte, Eintöpfe, Saucen und Chutneys. Wer die Immortelle selbst anbauen möchte, muss darauf achten, dass sie einen sonnigen, warmen Platz erhält. Sie verträgt keine Staunässe und keine Temperaturen unter -10 °C. Dann hilft ein guter Winterschutz oder man hält die Pflanze im Topf und nimmt sie im Winter mit ins Haus.

Das Wissen über die Immortelle stammt aus folgendem Buch: Andrea Nabert: Immortelle. Porträt einer wilden Duft- und Heilpflanze. Verlag Pro Leipzig, Leipzig, 2018

 

 

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

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