Der Sommer ist vorbei, die Ferien sind zu Ende. Jetzt verbringst auch du wahrscheinlich wieder viel Zeit in einer sitzenden Tätigkeit, vor dem Laptop oder im Auto. Durch lange, einseitige Tätigkeiten können sich Rückenschmerzen, Verspannungen im Hals- und Nackenbereich sowie Spannungskopfschmerzen schnell einstellen. „Yoga“ heißt das Zaubermittel, das dich darin unterstützen kann, körperlich und geistig entspannt zu bleiben!

Zu Zeiten Patanjalis gab es zwar noch keine Büros, aber auch er wusste, dass Yoga einen Menschen darin unterstützen kann, lange in einer Position sitzen zu bleiben. Im ursprünglichen Sinne dienten die Asanas dazu, den Yogi darauf vorzubereiten, einen langen Zeitraum hinweg schmerzfrei im Meditationssitz zu bleiben. Die Stellungen waren quasi ein Übungsprogramm, das den Körper einerseits geschmeidig und flexibel machte und ihn andererseits als Behausung der Seele gesund und kraftvoll erhielt. Damals wie heute haben Asanas eine harmonisierende und gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper und Geist.

Wir möchten dir Übungen zeigen, die dafür sorgen, dass dein Körper, der im Berufsalltag oft nur einseitig belastet wird, geschmeidig bleibt und Muskeln sich wieder entspannen. Hier findest du Übungen, die auf die Bedürfnisse von Menschen im Berufsleben zugeschnitten sind und sich bewährt haben.

Power für den Beckenboden
Körperlich zeigt sich deine Basis in Form unserer Beckenschale, die aus dem knöchernen Beckenring, dem Kreuzbein und der Muskulatur des Unterbauchs an der Vorderseite gebildet wird. Den Boden bildet die elastische Beckenbodenmuskulatur, die wie eine kleine Schale in der Knochenschale des Beckens eingefügt ist. Hier in der Schale ruhen auch Blase, Enddarm und innere Geschlechtsorgane und die Schlingen des Dünndarms. Obwohl sie über Haltebänder am äußeren Rand, den Beckenknochen und dem Kreuzbein befestigt sind, verrutschen sie, wenn das Becken nicht aufgerichtet ist. Bei Frauen, bei denen das Becken im Stand nach vorne gekippt ist, passiert es besonders schnell, dass sie nach vorne und unten sinken. Sinnbildlich kannst du die Beckenschale und die Organe mit einer Schale vergleichen, die mit Wasser gefüllt ist. Ist das Becken nicht in seiner entsprechenden Stellung – also nach vorne gekippt – dann ist es, als würde das Wasser aus der Schale fließen. Befindet sich das Becken hingegen in der richtigen Position, dann befindet sich auch die Wasserschale in der richtigen Position und in Harmonie. Vergleichsweise kannst du sagen, dass ein nach vorne gekipptes Becken einem Wasserfall ähnelt, dessen Wasser in ein Tal hinunterströmt, wohingegen ein Becken, das aufgerichtet ist, einem ruhigen Weiher gleicht.

Zentrum der Lebenskraft
Im Yoga – aber in anderen spirituellen Traditionen – geht man davon aus, dass die Lebenskraft eines Menschen im Becken angesiedelt ist. Im Zen-Buddhismus spricht man zum Beispiel vom Hara und konzentriert sich bei bestimmten Meditationsformen besonders auf diesem Bereich, um mit der Lebenskraft in Kontakt zu kommen.
Verschiedene Yoga-Übungen mit dem Becken stellen dir die Energie zur Verfügung, die du brauchst, um den ganzen Tag konzentriert und motiviert bei der Arbeit zu sein. Symbolisch und faktisch spielt es bei der Aufrechterhaltung des Körpers und als Lieferant für Energie eine wichtige Rolle. Richtest du das Becken auf, richtet sich der übrige Körper auf, die Wirbelsäule streckt sich, die Schultern können wieder entspannen. Du wächst förmlich über dich hinaus! Der Atem wird tiefer und das Blut kann wieder ungehindert in alle Zellen deines Körpers strömen. Alleine diese Aktivität führt schon dazu, dass du das Gefühl hast, wieder im ganzen Körper mit frischer Energie versorgt zu werden. Konzentrierst du dich ganz bewusst auf deine Basis und gehst mit der ganzen Aufmerksamkeit dorthin, kannst du auch noch lernen, in dir zu ruhen.
Wenn du dann noch bewusst mit den Muskeln des Beckenbodens arbeitest, wirst du im Laufe der Zeit auch noch mehr zusätzliche Energie freisetzen, die dort ungenutzt geschlummert hat.

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Energie & Kräftigung für den Beckenboden


Übung 1

•    Setz dich auf die vordere Kante eines Stuhls oder Hockers. Leg die Hände seitlich an die Beckenschaufel, die spürbaren Beckenknochen. Die Daumen zeigen in dieser Stellung nach hinten, die Finger nach vorne.
•    Schließ deine Augen und geh mit deiner Aufmerksamkeit ganz bewusst zu deinem Becken. Lass das Becken ganz bewusst und entspannt nach vorne sinken, so dass du ins Hohlkreuz kommst.
•    Spann dann ausatmend die Muskeln des Beckenbodens an und beobachte, wie sich das Becken in deinen Händen aufrichtet und sich der Rücken verlängert.
•    Wiederhole den Wechsel von Anspannung und Entspannung einige Male im Rhythmus des Atems.

 

Übung 2

•    Du sitzt auf einem Stuhl und schiebst die Hände unter das Gesäß, bis du Sitzhöcker deutlich spürst. Entspann dein Becken und geh dabei leicht nach vorne, so dass du leicht in ein Hohlkreuz kommst.
•    Zieh dann ausatmend die Sitzhöcker kräftig zueinander, so dass sie sich unter deinen Händen nach innen zurückziehen. Beobachte, wie sich dabei das Becken aufrichtet und sich die Beckenschale nach oben etwas zu weiten scheint, während sich der untere Rücken etwas verlängert.
•    Einatmend entspannst du dich. Dabei kannst du deutlich wahrnehmen, wie sich die Sitzhöcker in deine Hände drücken.
•    Übe diesen Wechsel von An- und Entspannung einige Male ganz bewusst.

 

 

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