Hello November, jetzt wird’s richtig herbstlich! Bei meinen Streifzügen durch die Natur entdecke ich momentan immer wieder diese kleinen Schätze der Natur: Kastanien. Wusstest du, dass man Kastanien im Haushalt als Reinigungsmittel, Waschmittel und zur Körperpflege einsetzen kann? Wir haben hier einen How-to-Guide erstellt, wie du aus Kastanien Hausmittel herstellen kannst. DIY-Hausmittel aus Kastanien – was gibt es beim Sammeln, der Lagerung und der Verarbeitung zu beachten? Außerdem findest du 3 DIY-Rezepte für deine umweltfreundliche Körperpflege und ganz besondere Hausmittel aus Kastanien.

3 Gründe, warum du auf Hausmittel aus Kastanien setzen solltest:

  1. Die Produkte lassen sich ohne energieaufwendige Verarbeitung herstellen.
  2. Kastanien sind kostenlos und können einfach im Herbst geerntet werden.
  3. Der Umwelt zuliebe: So vermeidest du sinnlose Verpackungen und überflüssige Umweltverschmutzungen!

Tipp:
Wenn du dich für Hausmittel aus Kastanien entscheidest, dann gehe hier schrittweise vor und stell nicht alles auf einmal um. Baby Steps! Fang beispielsweise mit dem Buntwaschmittel an und entscheide dann, ob du am Kastanienwaschmittel festhalten oder lieber wieder das herkömmliche Produkt einsetzen möchtest.

 

Kastanien als Hausmittel: Wann werden Kastanien geerntet?

Überall finden wir Kastanienbäume: in Parks und Grünanlagen, Alleen, am Wegesrand. Wenn der Herbst ins Land zieht, ist der perfekte Moment, um Kastanien zu sammeln. Das weckt Kindheitserinnerungen! Die Erntezeit variiert je nach Kastanienart und -sorte, manche Sorten lassen sich schon im September sammeln, andere sind erst gegen Ende Oktober reif. Und zwar fallen dann die reifen Früchte der Rosskastanie zu Boden, so dass sich die grünen, stacheligen Kapseln öffnen und die braunen Früchte, die Kastanien, zeigen.

Rosskastanien und Esskastanien – was ist der Unterschied?

Sowohl die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) als auch die Esskastanie/Edelkastanie (Castanea sativa) hat das Wörtchen Kastanie in ihrem Namen. Dabei sind die beiden nicht miteinander verwandt. Die Rosskastanie ist ein Seifenbaumgewächs, während die Esskastanie, die auch als Marone bekannt ist, ein Buchengewächs ist.

 

Reinigung und Haltbarkeit nach der Ernte

Wenn du die Früchte geerntet hast, dann lassen sie sich sogar bis zur nächsten Ernte lagern – wichtig ist vor allem, dass du sie trocken lagerst! Getrocknete Kastanien sind länger haltbar als frische.

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Es empfiehlt sich, die Früchte zu waschen, wenn du sie außerhalb deines eigenen Gartens gesammelt hast. Dazu die Kastanien einfach mit rund 10 Esslöffeln Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat) in einen Eimer Wasser geben und reinigen. Danach kannst du sie auf einem sauberen Leintuch verteilen und für die weitere Verarbeitung trocken reiben. Du kannst die Kastanien offen und locker in einen Korb platzieren oder in einer Leinentasche aufbewahren. Es ist wichtig, dass sie sich in einem luftdurchlässigen Gefäß befinden und an einem trockenen Ort gelagert werden. Lagere die Kastanien nicht in Plastikbehältern, sonst droht Schimmelbefall!

Was die Haltbarkeit von den selbst hergestellten Kastanien-Hausmitteln angeht, so sind die fertig angerührten Kosmetikprodukte wie auch Waschmittel zum sofortigen Gebrauch gedacht. Enthalten die Putzmittel Alkohol, Natron oder Essig, dann verlängert sich die Haltbarkeit um einige Monate.

Nach der Kastanien-Ernte: getrocknet oder frisch weiterverarbeiten?

Frische Kastanien enthalten noch viel Feuchtigkeit und lassen sich somit leichter schneiden als die getrockneten Früchte. Die zerkleinerten, frischen Kastanien sollten in jedem Fall gut getrocknet werden, damit sie nicht schimmeln!

Tipp:
Die getrockneten Früchte lassen sich besser in einer Küchenmaschine zerkleinern. Die in den Samen enthaltenen Saponine sorgen zwar dafür, dass sie weniger anfällig für Schimmel sind, allerdings verkleben herkömmliche Schneidemesser schneller, weshalb eine Küchenmaschine zum Einsatz kommen sollte.

Warum reinigen Rosskastanien?

Da die Samen der Rosskastanie einen hohen Anteil an Saponinen enthalten, gehört die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen. Beim Saponin handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der die Pflanze vor Pilzbefall und Fressfeinden schützt. Kommt das Saponingemisch der Kastanie in Kontakt mit Wasser, lösen sich die Saponine und es bildet sich eine seifige Lösung. Daher auch der Name: Das Wort Saponin stammt vom lateinischen sapo ab und bedeutet Seife. Übrigens haben auch damals schon die Menschen saponinhaltige Pflanzen zu Reinigungszwecken benutzt.

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Hausmittel aus Kastanien für die Körperpflege, als Waschmittel und Haushaltsreiniger: 

Kastanien zur Körperpflege

Wusstest du, dass die Rosskastanie auch eine wichtige Heilpflanze ist? Die Gerbstoffe, die sich in der braunen Samenschale befinden, wirken antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Die Rosskastanien unterstützt somit den Heilungsprozess von Haut und Haar auf schonende Weise.

Hausmittel aus Kastanien

Aus Kastanien lassen sich auch Reinigungsprodukte herstellen, die eine umweltfreundlichere Lösung zu den industriell gefertigten Produkten darstellen, die meist auch noch aufwendig verpackt sind. Indem du dem reinigenden Tensid aus Kastanien ätherische Öle hinzufügst, duftet dein Kastanien-Putzmittel nicht nur gut, auch die Reinigungswirkung wird somit unterstützt.

Die Basis für viele der DIY-Rezepte ist der Kastanienschrot. Den stellst du wie folgt her:

Herstellung Kastanienschrot:

Die getrockneten Kastanien in ein Geschirrtuch wickeln und mit dem Fleischklopfer zerkleinern. Für einen feineren Mahlgrad können auch eine Kaffeemühle, ein Blender oder Thermomix zum Einsatz kommen. Den Kastanienschrot nochmal auf einem Tuch trocknen lassen und dann in ein Glas umfüllen. Das Glas jedoch nicht verschließen, nur zudecken, – so lässt sich Schimmelbildung vermeiden.

Dieser Kastanienschrot ist die Grundlage für Waschmittel, Shampoos, Schaumbäder, Cremes und Salben.

 

© Freya Verlag – Dr. Marc Hermann

Zum Weiterlesen:
Inés Hermann: Kastanien. Körperpflege, Waschmittel, Haushaltsreiniger, Freya Verlag GmbH, 2020.

Weitere Buchtipps für deinen Herbst 2021 findest du hier.

 

 

 

Kastanien als Hausmittel: 3 DIY-Rezepte für dich

1. Kastanien-Heilerde-Maske

Freya Verlag – © Dr. Marc Hermann

Zutaten:

  • 4 Esslöffel Heilerde
  • 3 Esslöffel Kastaniensud
  • 1 Teelöffel Honig

Zubereitung:

  • Die Zutaten gut zu einem Brei verrühren.

Anwendung:

  • Die frisch angerührte Maske auf dem gereinigten Gesicht verteilen und dabei die Augen aussparen.
  • Für etwa 20 Minuten einwirken lassen. Danach unter kreisenden Bewegungen mit warmem Wasser abnehmen, um den Peeling-Effekt der Heilerde zu nutzen.
  • Das Gesicht ist nun gut durchblutet, geklärt und bereit für eine pflegende Creme.

2. Antibakterieller Allzweckreiniger aus Kastanien und Lavendel

Freya Verlag – © Dr. Marc Hermann

Zutaten:

  • 1⁄2 Liter Wasser
  • 200 g Kastanienschrot
  • 1 Bund Lavendelschnitt
  • 1 Teelöffel Natron (Natriumhydrogencarbonat)

Zubereitung:

  • Den Lavendelschnitt grob zerkleinern und zusammen mit dem Kastanienschrot in ein Glas (z.B. ein 1-Liter-Weckglas)
  • Die Mischung mit heißem Wasser überbrühen. Für einige Stunden stehen lassen und dann durchsieben.
  • Das Natron im Sud auflösen und die Flüssigkeit in eine handliche Flasche einfüllen.

Anwendung:

Dieser Allzweckreiniger kann bei stärkerer Verschmutzung pur verwendet werden. Bei geringer Verschmutzung genügt es, wenn er einem Eimer mit warmem Wasser im Verhältnis 1:20 beigefügt wird. Viel Spaß mit dem Hausmittel aus Kastanien!

3. Walnuss-Kastanien-Shampoo

Freya Verlag – © Dr. Marc Hermann

Die Saponine der Samen tragen zur Reinigung bei und die antibakteriellen und entzündungshemmenden Gerbstoffe der Samenschale sorgen für eine gesunde Kopfhaut. Außerdem ist in den Walnussschalen der Farbstoff Juglon enthalten, der dem Haar unter anderem einen natürlichen Farbglanz verleiht.

Zutaten:

  • 1⁄4 Liter Wasser
  • 250 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien
  • Grüne Schalen von 3 Walnüssen
  • 5 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl

Zubereitung:

  • Die grünen Walnussschalen klein schneiden und zusammen mit dem Kastanienschrot in ein Schraubglas geben. Nun mit warmem Wasser aufgießen und verschlossen über Nacht stehen lassen.
  • Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich die ätherischen Öle eintropfen.
  • Den Sud ins feuchte Haar ein- massieren und wie gewohnt ausspülen.

 

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