Wie ist die Bezuschussung geregelt?
Was bezuschusst werden kann, ist im sogenannten Präventionsleitfaden geregelt, auf den sich alle Krankenkassen verbindlich geeinigt haben (Infos unter www.gkv-spitzenverband.de). In welchem Umfang jeder Versicherte gefördert werden kann, darüber entscheiden die Krankenkassen ganz individuell. Auch die Auslegung, was genau unter „Hatha-Yoga“ fällt, regeln sie unterschiedlich: Die einen bezuschussen auch Iyengar-Kurse, die anderen nur solche, bei denen explizit „Hatha“ auf dem Nachweis steht. Vielen Sachbearbeitern fällt es schwer, sich im Dschungel der Yogastile zurechtzufinden. Ziel und Zweck ist es, qualifizierte Angebote von weniger geeigneten zu unterscheiden. Dazu arbeiten die Krankenkassen u.a. mit dem Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. zusammen. Die meisten bieten ihren Versicherten an, pro Jahr zumindest anteilig einen Kurs aus einem der vier Handlungsfelder – Bewegung, Ernährung, Entspannung und Suchtberatung – zu bezahlen. Die Kurse bestehen meist aus acht bis zwölf Sitzungen, die wöchentlich stattfinden. Wichtig ist der Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an einem geschlossenen Kurs (mindestens 80 Prozent Anwesenheit). Viele Yogastudios haben Reglementierungen gefunden, die das Ganze praktikabler machen: „Wir bieten z.B. die Möglichkeit zu Ausweichterminen in anderen Stunden von Tom Beyer an“, so Dr. Isabell Lütkehaus. Ausschlaggebend ist die Eignung des Lehrers. Er muss eine anerkannte Yogalehrerausbildung von mindestens 500 Stunden und eine Ausbildung im medizinischen oder sozialen, z.B. pädagogischen, Bereich nachweisen können.

Das Spektrum der Bezuschussungen ist je nach Krankenkasse sehr breit: von anteilig 75 Euro für einen Kurs bis zu 480 Euro pro Jahr. Außerdem gibt es oft Obergrenzen je Kurs, die meist zwischen 75 und 120 Euro liegen. Einige Versicherungen bieten eigene Programme an, oft müssen Fremdangebote erst geprüft werden. Ein Vergleich lohnt sich, wie die folgende Tabelle zeigt. Dargestellt sind die drei größten Krankenkassen Deutschlands sowie die drei Kassen, die am stärksten Präventionskurse erstatten. Die Spitzenposition dabei hat die R+V BKK. Hier gibt es ein festes Budget im Jahr von 480 Euro, das der Versicherte individuell nutzen kann. Solange die Angebote die Qualitätsansprüche des Präventionsleitfadens erfüllen, sind dann ca. vier bis fünf Yogakurse pro Jahr zu 100 Prozent mit jeweils maximal 160 Euro bezuschussbar.

Und die Umsetzung für die Versicherten ist unkomplizierter, als es sich im ersten Moment anhört: Der Kurs wird im Voraus bezahlt. Nach der erfolgreichen Teilnahme stellt der Yogalehrer eine Bestätigung aus, die bei der Krankenkasse eingereicht wird. Zur Sicherheit sollte man sich vorher erkundigen, ob der gewünschte Kurs auch wirklich erstattet wird. Nach einer kurzen Bearbeitungszeit wird das Geld aufs Konto überwiesen. Eine attraktive Möglichkeit, Geld zu sparen, etwas für sich und seine Gesundheit zu tun und sich gleichzeitig auf dem Yogaweg weiterzuentwickeln.

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